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Bei minus 7 Grad im Europapark

Wer sehen möchte, wie ich mich wie eine Achtjährige aufführe, der muss mit mir nur in einen Vergnügungspark gehen. Kaum durchs Tor, schwups: wieder acht Jahre alt! Ich will alles zugleich, könnte vor Ungeduld ohne Unterlass auf und ab hüpfen und habe Angst, irgendetwas Tolles zu verpassen.

Wir waren zu Dreikönig mit dem Team im Europapark in Rust. Den Ausflug haben wir bereits im Juni geplant – anstelle einer herkömmlichen Weihnachtsfeier. Wir haben uns ein Winter-Wonderland versprochen – und genau das auch vorgefunden. Lichterketten soweit das Auge schaut, Feuerschalen und Baumfeuer, von Pferden gezogene Kutschen, Weihnachtsmänner an jedem Eck. Gar nicht schlimm, dass Weihnachten eigentlich schon vorbei ist.

Die Atmosphäre passt perfekt zu diesen knackig kalten Wintertagen. Elfen servieren Cappuccino und Spritz Aperol, Jongleure und Musiker säumen all unsere Wege und für den Tischzauberer erweisen wir uns als das vermutlich schwierigste Publikum des Abends.

Riesiger Weihnachtsbaum im Foyer des Hotels Colosseo

Wir waren im Hotel Colosseo sehr gut untergebracht – und haben nur bedauert, dass wir nicht mehr Zeit hatten, um das Wellnessangebot nutzen zu können. Einziger Wermutstropfen: das instabile WLAN, aber viel Zeit fürs Internet blieb eh nicht.

Das Personal war sehr freundlich – auch im Restaurant Medici, in dem wir sehr lecker zu Abend gegessen, und das wir erst sehr, sehr spät wieder verlassen haben. Der Morgen startet früh und mit leckerem Frühstück vom Büffet. Die Achtjährige in mir wird langsam unruhig und will in den Park.

Im Hotelzimmer dreht sich alles um Leonardo da Vinci

Zu schade für nur eine Nacht: das Hotel Colosseo im Europapark

Der Park öffnet speziell für Hotelgäste bereits um 10 Uhr, das bringt allerdings nur wenig, denn die „richtigen“ Attraktionen öffnen allesamt erst um 11. Bis dahin vertreiben wir uns die Zeit auf dem historischen Weihnachtsmarkt – ohne Glühwein – beim Gruseln in der Geisterbahn und mit einer Fahrt durch die Piccolo Mondo, für die wir eigentlich wohl allesamt schon zu alt sind. Eine Kollegin kauft noch schnell ein paar Handschuhe. Eigentlich sind die Winter hier eher mild, aber wir haben es geschafft, uns ein knackig kaltes Wochenende auszusuchen. Das passt natürlich super zu unseren Winter-Wonderland-Plänen, fühlt sich allerdings ein bisschen an wie Skipiste, nur ohne sportliche Betätigung.

Merke: Bei minus 7 Grad friert man irgendwann trotz Thermostrumpfhose unter der Jeans, dickem Pullover, Winterjacke, Handschuhen, Schal und Mütze. Egal. Wir wärmen uns zwischendurch immer mal wieder auf. Im Riesenrad liegen Wolldecken, wir haben einen Mordsspaß mit der „Happy Family“ im 4D Kino und suchen beim Schlürfen eines Maronen-Kartoffelsüppchens nach Wärme von innen. Wir halten unsere Hände über jedes offene Feuer, auf das wir beim Schlendern durch den Park treffen, und geben schließlich jeden Widerstand auf: Glühwein für die Nicht-Fahrer, Früchtepunsch für die Chauffeure.

Auch nach Weihnachten herrscht hier noch weihnachtliche Stimmung

Weihnachtliche Atmosphäre im winterlich kalten Europapark

Der Weihnachtsmann bewacht auch den Eingang zum Riesenrad

Meine persönlichen Highlights dieses Besuchs – mal von der gesamten Atmosphäre im Park und der netten Gesellschaft abgesehen: die Dunkel-Achterbahn Eurosat in der silbernen Kuppel, das Riesenrad Bellevue und das 4D-Kino. Leider sind wir schlecht informiert durch den Park getrabt. Ich könnte mir in den Hintern beißen, dass wir die Möglichkeit, mit einer Virtual Reality-Brille den „Alpenexpress Coastiality“ zu befahren, verpasst haben. Fahrtwind, Fliehkräfte und Kurven der realen Fahrt zu spüren und dabei in eine animierte 3D-Welt einzutauchen, stelle ich mir super vor. Nächstes Mal dann unbedingt!

Quintessenz: Europapark im Winter – jederzeit wieder. Allerdings ist ein Tag viel zu kurz, ich muss da viel öfter hin. Und: Ich brauche einen Achterbahn-Buddy. Liebe Kolleginnen, Ihr seid ganz toll, der Ausflug mit Euch war wunderschön. Aber Ihr müsst doch auch was mitfahren, Ihr Memmen! 🙂

Wie steht’s mit Euch? Vergnügungspark: Top oder Flop? Fahrt Ihr alles mit oder leidet Ihr unter Höhenangst? Bewerbungen für die Stelle als mein Achterbahn-Buddy gerne in den Kommentaren! 🙂

Es grüßt Euch – noch ganz schwindelig
Conny

Nichts für Menschen mit Höhenangst: das Riesenrad im Europapark

Es muss nicht immer die Achterbahn sein: ein wunderschönes Nostalgie-Karussell

Eiskaltes Vergnügen: bei minus 7 Grad im Europapark

Fast wie in Frankreich, allerdings ist ein paar Meter weiter schon Skandinavien. Und Spanien. Und Russland. Der Europapark in Rust.

Das Chaos auf Tour in Köln

Diese Woche war ich zwei Tage in Köln. Ich hab mich dort mit einer lieben Freundin aus Münster getroffen, die ich lange nicht gesehen habe. Und mit einer früheren Mitarbeiterin meines Mannes, die inzwischen in Köln lebt und arbeitet, und deren erfrischend-jugendliche Sicht auf die Dinge ich sehr vermisse. Das waren tolle Begegnungen mit schönen Gesprächen in sehr gemütlichen Cafés und Kneipen. Und meine Bekanntschaft mit Köln habe ich auch gleich aufgefrischt.

Mit dem Wetter hatten wir sehr viel Glück. Die Sonne hat uns Köln in wunderschöne Herbstfarben gekleidet. Den Feiertag haben wir hauptsächlich damit verbracht, die Rheinpromenade entlang zu spazieren, gut gelaunte Menschen beim Flanieren zu beobachten und uns bestens von der Band Juri  und weiteren Straßenkünstlern unterhalten zu lassen. Eigentlich wollten wir ins Schokoladenmuseum, aber das Wetter war einfach zu geil.

Der Kölner Dom

Im Südturm des Kölner Doms

Auf dem Südturm des Kölner Doms

Außerdem habe ich Bekanntschaft mit den 555 Treppenstufen gemacht, die den Südturm des Kölner Doms hinaufführen. Die Kletterpartie war anstrengend genug, aber der Gegenverkehr auf der engen Wendeltreppe hat mich geschafft. Alles kuschelig eng – und ich war froh, als wir wieder unten waren. Aber natürlich waren es der Ausblick und der Einblick in Glockenturm und Dom-Architektur absolut Wert.

Ein Angler am Rhein in Köln

Herbststimmung am Rhein in Köln

An Tag 2 stand die Fahrt mit der Gondel über den Rhein an. Das haben wir gerade so noch geschafft, denn ab dem heutigen Sonntag ist die Kölner Seilbahn in der Winterpause. Ich bin lange nicht Seilbahn gefahren – und mir war auch da ein bisschen mulmig zumute. Völlig unbegründet natürlich.

Der Rheinpark lud ein zum Mit-den-Füßen-durchs-Laub-schlurfen, Gänse beobachten und stimmungsvolle Herbsteindrücke abspeichern. Damit man die Erinnerungen wie abgegriffene Fotos hervorholen kann, wenn es draußen nass und grau ist, wie heute zum Beispiel.

Im Rheinpark in Köln

Hier eine völlig subjektive Auswahl von Orten, die sehr dazu beigetragen haben, mein sowieso schon positives Köln-Bild weiter zu stärken:

Geschlafen haben wir im Classic-Hotel Harmonie in der Kölner Altstadt. Für mich ist es das dritte Mal in diesem Jahr, dass ich in einem früheren Klostergebäude nächtige, aber dieses Mal bin ich unschuldig. Meine Freundin hatte gebucht. Uneingeschränkte Empfehlung für das Hotel: sehr nettes Personal, tolle Zimmer, ein Wahnsinns-Bad und ein phantastisches Frühstück. Nah am Geschehen, trotzdem ruhig. Mehr kann man von einem Stadthotel nicht erwarten.

Auf der Suche nach etwas Essbarem sind wir im Weinhaus Brungs gelandet. Die Sonne schien, wir saßen draußen. Der Service war nett, die Speisen zwar nicht gerade billig, aber ihren Preis Wert. Schön fand ich die Weinempfehlung zu jedem Gericht. Der Wein hätte auch glasweise bestellt werden können – da wir im Anschluss aber noch den Südturm bezwingen wollten, gab’s für uns nur Softgetränke. Schade eigentlich.

Auch nur durch Zufall sind wir im Bastians gelandet. Wir waren auf der Jagd nach Koffein – und hier sah das für uns nach Bäckerei mit Kaffeeausschank aus. Ist es auch. Aber auch noch einiges mehr. Wer das etwas dunkle Entree hinter sich lässt, der kommt in einen modern eingerichteten Raum mit viel Licht von oben, von dem aus man durch zwei Fenster in die Backstube schauen und den Bäckern bei der Arbeit zuschauen kann. Das Servicepersonal war unglaublich freundlich und der servierte Kaffee riesig und sehr, sehr lecker. Koffein muss reichlich drin gewesen sein, denn ich war noch Stunden später drauf wie der Duracell-Hase auf Speed…

Eine Möblierung in lässigem Vintagestil, sympathisches Publikum, kleine Speisen und leckere Cocktails – das bietet Herr Pimock. Gin Tonic ist und bleibt eines meiner liebsten Getränke. Bei Herrn Pimock gibt es eine breite Auswahl an Ginsorten. Und ich würde mich bei Gelegenheit gerne mal durchs Angebot trinken…

In Sachen Shopping muss man sich vermutlich in Köln besser auskennen, um etwas Tolles zu finden. In der Fußgängerzone haben wir auf jeden Fall nur die Ketten vorgefunden, die es überall so hat. Kaufanreiz gleich null. Allerdings gab es in der Nähe vom Hotel einen wunderschönen Laden, in dem ich ein Mitbringsel für den werten Gatten geschossen habe. So schöne alte Möbel und Accessoires im Industriestil, aber auch im Stil der 50er! Schaut unbedingt mal rein: Loft 43.

Immer wieder sonntags…

So, das war mal ein Herbst-Sonntag ganz nach meinem Geschmack! Sonne, so weit das Auge reicht. Und dazu diese Farben. Von mir aus kann es genau so bleiben, tendenziell vielleicht ein kleines bisschen kälter werden, dann genau zu Weihnachten Schnee und anschließend gleich wieder 20 Grad und Sonne.

Da ich allerdings weiß, dass es so kaum kommen wird – das Wetter-Wünschen hat bei mir noch nie funktioniert – wärme ich mich an Erinnerungsfotos. An einem der letzten wundervollen Sommertage habe ich nämlich noch zwei Ausflüge mit Theo unternommen. Der eine führte mich mit meinem Mann ins Café Solo, für das sich meiner Meinung nach unbedingt auch die weitere Anreise lohnt. Allerdings: Am Wochenende sollte man unbedingt reservieren. Vor allem das Frühstücksbüffet am Sonntag ist heiß begehrt.

Das Café Solo in Weisenheim am Berg

Wer sich im rustikal-mediterranen Innenhof oder im Garten am Pool ein Frühstück oder Kaffee und Kuchen gönnt, der hat nicht nur etwas Leckeres auf dem Teller, sondern genießt auch ein Ambiente, für das man sonst in Urlaub fliegen muss. Pfalz trifft auf Mittelmeer trifft Asien…

Alles ist mit so viel Liebe zum Detail eingerichtet und dekoriert, da macht das Schauen ganz viel Spaß – und vielleicht nimmt man ja auch die eine oder andere Dekoidee mit nach Hause. Wer lieber etwas Handfestes einpacken will, der wird im Shop mit ausgewählten lässigen Klamotten und modischen Accessoires sowie stylischen Dekoartikeln sicher fündig.

Im Winter wird es im Café Solo ruhiger. Drinnen dominiert der „Shabby Chic“ – und der leckere Kuchen macht einen Besuch auch in der kälteren Jahreszeit absolut empfehlenswert.

Das Café Solo in Weisenheim am Berg

Frühstück im Café Solo

Schönes Ambiente im Café Solo

Schönes Ambiente im Café Solo

Schönes Ambiente im Café Solo

Händchen fürs Detail: die Deko im Café Solo

„Theo, wir fahren nach Ketsch!“  – Zwei Frauen auf einer Mission, die fast ins Straucheln gerät, als wir feststellen, dass unser Ziel, der Johanneshof, gar nicht zu Ketsch, sondern zu den Aussiedlerhöfen von Hockenheim gehört.  Egal. Schon seit Jahren schwärmt mir eine Kollegin von der Gartenwirtschaft vor. Und jetzt habe ich es gemeinsam mit Andrea hingeschafft – und das mit Sicherheit nicht zum letzten Mal!

Der Johanneshof bei Hockenheim

Das Frühstück ist tatsächlich meine allerliebste Außer-Haus-Mahlzeit. Weil Frühstücken zu gehen für mich irgendwie den maximalen Luxus verströmt – hauptsächlich den Luxus, die Zeit zur Verfügung zu haben, die Morgenmahlzeit (okay, es ging eher auf Mittag zu) in aller Ausführlichkeit zu zelebrieren.

Und das haben wir dann auch getan.  Tolles Ambiente, super Frühstück, wahnsinnig viel los. Trotzdem ging alles sehr fix, das Personal war auf zack – und dabei sehr freundlich. Und dann haben wir auch noch den Hofladen für uns entdeckt! Mit frisch gebackenem Brot, einer wahnsinnig leckeren Marmelade (ungeachtet der 60 Gläser selbst gekochten Brotaufstrichs zuhause) und einem tollen Honig haben wir uns schwer bepackt auf den Nach-Hause-Weg gemacht.

Frühstücken im Johanneshof

Also fast. Denn auf dem Weg zum Johanneshof sind wir an einem Mais-Labyrinth vorbei gekommen. Und weil wir zwar älter und älter werden, aber immer noch Kindsköpfe sind, haben wir uns dann noch einen Weg durchs Maisfeld gesucht.

Ich wäre die Sache ja wie gewohnt ohne jeglichen Plan angegangen, aber dank Andrea haben wir dieses Labyrinth mit strenger Logik und ausgefeilter Strategie in seine Grenzen gewiesen. Der guten Ordnung halber sei daher darauf hingewiesen, dass das letzte Foto mit der dem Tod durch Verdursten nahen Blondine selbstverständlich gestellt wurde. 🙂

Verloren im Mais-Labyrinth

Total am Ende. AmAusgang des Mais-Labyrinths