Archiv der Kategorie: Fisch & Meeresfrüchte

Hilfe! Es ist die Männergrippe.

Ich muss mich heute schon im Voraus entschuldigen: Falls das Gefasel, das hier gleich folgt, keinen Sinn ergibt, dann liegt das daran, dass ich krank bin. Also richtig krank. Ich hab nämlich Männergrippe. Ich bin leider nicht ich, wenn ich erkältet bin. Oder ich bin ich, aber in meiner schlimmsten Alptraum-Version. Es ist so, als würde sich mir der Schnupfen direkt aufs Hirn legen und jegliches leidlich vorhandene Denkvermögen unterbinden. Deshalb bin ich auch ganz furchtbar unleidlich, wenn ich krank bin. Keiner macht es mir Recht, selbst wenn sich alle noch so sehr bemühen.

Außer meiner Mama. Wenn die da wäre, die würde sich richtig um mich kümmern. Aber die macht natürlich nicht den Fehler, mich zu besuchen, wenn ich krank bin. Die Frau kennt mich mein komplettes Leben, man kann ihr keinen Vorwurf machen. Mein Mann behauptet, ich sei der einzige Mensch bei dem die Grippe anstatt drei Tage drei Wochen kommt, drei Wochen bleibt und drei Wochen geht. Komplett übertrieben ist das natürlich. Aber mein komplettes Umfeld schickt Gebete an sämtliche bekannten und weniger bekannten höheren Mächte, dass das bald ein Ende hat mit meiner Krankheit.

Dreierlei Krautsalate als Beilage zu leckerem Fisch

Ich fühle mich, als würde ich gleich sterben. Also muss das wohl diese gefährliche Männergrippe sein, die ich mir eingefangen habe. Warum ich mir dennoch relativ sicher bin, dass mein letztes Stündlein noch nicht geschlagen hat? Weil ich Appetit habe. Ach was, ich hab ausgewachsenen Hunger. Und meine Körper würde wohl kaum nach Nahrung verlangen, wenn er nicht den festen Willen zur Rekonvaleszenz hätte!

Dreierlei Fisch mit Aioli
und dreierlei Krautsalaten

Zum Glück kann ich auch mit mieser Laune etwas Leckeres kochen – es ist dann nur noch wichtiger als sonst, mir in der Küche aus dem Weg zu gehen! Dass mir meine Mitmenschen auch in diesem Zustand sehr am Herzen liegen, merkt man daran, dass ich umfangreiche Vorkehrungen treffe, um zu verhindern, dass sie sich bei mir anstecken. Zum Beispiel habe ich mir extra diese leckere Aioli gemacht, die ganz automatisch dafür sorgt, dass man zu mir auf Distanz geht. Außerdem wirkt Knoblauch gegen Bakterien und stärkt das Immunsystem. Somit ist quasi allen geholfen.

Zum Fisch gibt's heute die weltbeste Aioli

Aber jetzt ganz ohne Quatsch: Ich liebe diese Aioli. Und weil ich außerdem große Lust auf Fisch hatte, habe ich meinen Mann zum Supermarkt gescheucht, um herauszufinden, ob ihm da was ins Netz geht. Spontan Fisch kaufen ist weit weg von den Meeren dieser Welt nicht so ganz einfach, aber nach einigem Angeln in der Tiefkühlabteilung hat er sich mit Lachs, Thunfisch und Rotbarsch nach Hause getraut. Und damit einen von drei Wunschfischen (Lachs, Seeteufel und Zander standen auf meiner Liste…) ergattert.

Ich hab versucht, gnädig zu wirken, bin aber nicht hundertprozentig sicher, dass mir das gelungen ist. Zu den dreierlei Fischen gab’s dreierlei Krautsalate: Rotkrautsalat, Weißkrautsalat und einen amerikanischen Coleslaw. Zum Leidwesen meines Mannes war eine Sättigungsbeilage (ich liebe dieses Wort und möchte es viel öfter gebrauchen!) nicht vorgesehen. Ihr sollt schon auch mal sehen, dass ich low carb kann, wenn ich will. Ich will halt nur meistens nicht.

Lachs, Thunfisch und Rotbarsch mit Krautsalaten

Die weltbeste Aioli

Ich neige nicht zu Bescheidenheit, wenn ich krank bin.

Das braucht Ihr dafür:

 

  • 4 Knoblauchzehen
  • Salz
  • Cayennepfeffer
  • 2 sehr frische Eigelb
  • 100 Milliliter Olivenöl
  • 5 Esslöffel Rapsöl
  • 3 Esslöffel Zitronensaft
  • 2 Esslöffel Schmand

Und so wird’s gemacht:

Die Eigelb zusammen mit den zerdrückten Knoblauchzehen, Salz und Cayennepfeffer weißcremig aufschlagen. Die Öle in dünnem Strahl langsam zum Eigelb hinzugeben, dabei ständig weiterschlagen. Sobald die Sauce dickflüssig wird, den Zitronensaft und den Schmand dazugeben. Nochmals abschmecken. Fertig.

Meinen Tipp für den Fisch kennt Ihr ja: Nehmt, was Ihr kriegen könnt! Bratet den Fisch in Rapsöl kurz an und im Fall des Thunfischs sogar noch kürzer. Salz und Pfeffer. Und lecker.

Die Krautsalate

Das braucht Ihr dafür:

 

  • 1 kleiner Kopf Weißkraut
  • die Hälfte von einem kleinen Kopf Rotkraut
  • Salz
  • Zucker
  • Pfeffer
  • Apfelsaft
  • Apfelmus
  • Zimt
  • Weinessig
  • Balsamicoessig
  • Olivenöl
  • Saure Sahne
  • Mayonnaise
  • 2 Karotten

Und so habe ich es gemacht:

Den Rotkohl putzen, waschen, vom Strunk befreien und in Streifen hobeln. Mit zirka einem Esslöffel Zucker und etwa einem Teelöffel Salz und etwas Pfeffer in einer Schüssel mit den Händen kräftig verkneten. 30 Minuten ziehen lassen. 2 Esslöffel Weinessig mit 2 Esslöffeln Balsamicoessig, 6 Esslöffeln Apfelsaft, 4 Esslöffeln Rapsöl, drei Esslöffeln Apfelmus und Zimt nach Geschmack verrühren und unter das Rotkraut kneten. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.

Für Krautsalat und Coleslaw den Weißkohl putzen, waschen und den Strunk entfernen. Kohl in feine Streifen hobeln. Zirka ein Teelöffel Salz, etwa ein halber Teelöffel Zucker und etwas Pfeffer in einer Schüssel mit den Händen kräftig verkneten. Mindestens 30 Minuten ziehen lassen.

Für den Krautsalat 5 Esslöffel Weinessig und 4 Esslöffel Rapsöl miteinander verrühren und unter eine Hälfte des vorbereiteten Weißkrauts kneten. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken.  Für den Coleslaw die beiden Karotten putzen, waschen und raspeln.  100 Gramm saure Sahne mit 5 Esslöffeln Mayonnaise, 2 Esslöffeln Weißweinessig, 1 Teelöffel Salz, etwas Pfeffer und 1 Teelöffel Zucker verrühren. Den restlichen Kohl und die geraspelten Karotten untermischen. Alle Salate gut durchziehen lassen – gerne auch über Nacht.

Dreierlei Fisch mit leckerer Aioli

So, das war’s für heute. Ich widme mich jetzt wieder mit voller Kraft dem Gesundwerden, schlürfe mein Ingwerteechen und nippe am Zwiebelsud. Nicht, dass ich hier am Ende noch die ganzen Fastnachtsveranstaltungen versäume! (Achtung: Ironie. Schon wieder)

Liebe Grüße
(gesendet mit Triefnase und blutunterlaufenen Augen)
Conny

PS: Apropos Fastnacht: Habe ich schon erwähnt, dass ich am Montag noch ein Nachrücker-Ticket für das begehrte Foodbloggercamp in Reutlingen ergattert habe? Das ist nämlich exakt am Fastnachtswochenende. Die Veranstalter haben die Bedeutung der Fastnacht wohl ein bisschen unterschätzt, einige Blogger haben ihre Tickets wieder zurück gegeben und ziehen die Fastnacht vor. Tja: Ihr Verlust, mein Gewinn.

Was ein Foodbloggercamp ist? Ganz ehrlich, so genau weiß ich das selber nicht. Viele Foodblogger treffen sich und regeln irgendwie basisdemokratisch das Programm für das Wochenende, es wird gemeinsam gebacken und gekocht und am Ende fahren alle motiviert wieder heim. Klingt herrlich anarchisch. Und natürlich auch ein bisschen chaotisch. Also genau das Richtige für mich. 🙂

Amerikanischer Coleslaw

Ran an den Rost!

Lotusgrill, my love

Es soll ja Menschen geben, denen ist es völlig egal, ob auf Gas, Holzkohle oder mit Strom gegrillt wird. Schmeckt doch eh alles gleich, sagen sie. Dem kann ich auf gar keinen Fall zustimmen. Das einzig wahre Grillen findet auf Holzkohle statt. Alles andere lässt sich auch auf einem Herd oder im Backofen simulieren, aber der Geschmack von Holzkohle ist es, der aus dem Grillen etwas Besonderes macht.

Und weil für mich der Holzkohle-Geschmack zählt, verstehe ich auch nicht unbedingt den Ehrgeiz, komplette Menüs auf dem Grill zubereiten zu wollen. Einfach nur, weil es geht. Ich kann ein Omelett Surprise oder einen Kuchen nun mal viel einfacher im Backofen zubereiten als über kunstvoll herbei geführter indirekter Hitze auf einem Grillrost. Und ich will ein leckeres Ergebnis und mir nicht das Leben schwer machen.

Dorade vom Grill

„Ich habe Feuer gemacht.“ Das ist ein Spruch, der gemeinhin gerne dem Mann zugerechnet wird. Aber bei uns bin eher ich diejenige, die den Grill anschmeißt. Wir sind nur zu zweit und oft vertrat der Mann in der Vergangenheit die Auffassung, das lohne sich für uns beide nicht. Klar, bei unserem aus Ziegeln gemauerten Grill im Garten war er da durchaus im Recht. Doch seit kurzem sind wir Besitzer eines Lotusgrills. Und ich muss sagen: Ich liebe das Ding.

Dem Versprechen, dass er rauchfrei grillt, würde ich jetzt nicht so unbedingt Glauben schenken, denn natürlich qualmt es auch hier, wenn Fett in die Glut tropft. Aber ebendiese Glut ist binnen Minuten da – dank der Belüftung der Holzkohle durch den batteriebetriebenen Ventilator und dem Einsatz von Brennpaste auf der Anzündschale. Und weil das Gehäuse nicht heiß wird, kann man ihn nutzen wie einen Tischgrill.

Auch das stundenlange Warten auf den Grillgenuss fällt aus. Schon nach wenigen Minuten kann man das Grillgut auf den Rost packen. Bislang war das Wetter bei uns noch nicht so stabil, dass man sich hundertprozentig darauf verlassen konnte, dass es auch noch eine Stunde nach der Entscheidung fürs Grillen nicht auf den Grill regnet. Der Lotusgrill macht für uns auch spontanes Grillen möglich. Für zwei Personen hat er genau die richtige Größe. Und er sieht auch noch verdammt schick aus.

Bauernsalat

Beim Plädoyer für ein echtes Feuerchen und gegen elektrisches Grillen nehme ich zwar eine für mein Geschlecht wohl untypische Position ein, aber bei dem, was auf den Grill kommt, bin ich dann wieder ganz Klischee. Es muss nicht immer Fleisch sein! Gemüsespieße, Halloumi, Schafskäse, Zucchinischeiben mit Kräuteröl – das läuft für mich alles jedem Würstchen den Rang ab.

Zuletzt haben wir Dorade auf den Grill gepackt: gefüllt mit Zitronenscheiben, Rosmarin und Frühlingszwiebelchen. Sehr lecker! Auch Salate und Dips gehören für mich unbedingt zum Grillerlebnis dazu. Hier war es ein Bauernsalat – die Oliven schön extra, denn der Mann steht nicht so drauf.

Oliven und Dips

Was ich sehr mag – keine Ahnung, ob das außer mir noch jemand macht – ist gegrilltes Brot. Ich lege einfach ganz normale Bauernbrot-Scheiben mit auf den Rost. Das geröstete Brot – gerne an der Grenze zum Verbrannten – kenne ich aus meiner Kindheit und mag es bis heute.

Wenn es Fleisch gibt, dann esse ich dazu wahnsinnig gerne Tsatsiki. Mein Rezept dafür stammt aus einer Brigitte Extra von 1990. Das Heft heißt „Die 50 besten Rezepte aus aller Welt“. Die darin beschriebenen Klassiker sind allesamt super, die Rezepte gelingsicher. Irgendwann werde ich Euch das Heft mit seinen tollen Rezepten hier einmal vorstellen. Samt Foto, damit Ihr seht, wie sehr das Heft in den vergangenen fast 26 Jahren von mir geliebt wurde. 🙂

Und hier ist mein Rezept (na gut, das der Brigitte) für Tsatsiki. Man braucht:

  • 1 Salatgurke
  • 4 bis 6 Knoblauchzehen
  • 150 Gramm Schafskäse
  • 1 Becher saure Sahne
  • 1 Becher Schmand
  • 500 Gramm Joghurt
  • Salz
  • 1 Bund Dill

Die Salatgurke schälen, der Länge nach halbieren und die Kerne mit einem Teelöffel auskratzen. Die Gurke mit einer Rohkostreibe grob raffeln. Knoblauch zerdrücken. Schafskäse mit einer Gabel zerdrücken und mit Knoblauch, saurer Sahne, Schmand und Joghurt verrühren. Gurke unterrühren. Mit Salz abschmecken und gehackten Dill unterrühren. Fertig in 20 Minuten.

Schwimmkerzen und Blüten in der Schale