Archiv der Kategorie: Geliebtes Chaos

Happy Birthday, Mein Wunderbares Chaos!

Das Blog wird heute ein Jahr alt. Ich bin damit immer noch ein Blog-Frischling, wenn vielleicht auch nicht mehr ganz so naiv wie zu Anfang. Wenn ich etwas gelernt habe im vergangenen Jahr, dann dass Bloggen etwas ist, in das man hineinwachsen muss. Und etwas, das sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Mehr als ich mir vorher hätte vorstellen können.

Aus Mein Wunderbares Chaos ist in seinem ersten Jahr ein Foodblog geworden. Das war am 16. Februar 2016 so noch nicht absehbar. Natürlich habe ich diese Schwäche für leckeres Essen schon lange, aber meinen Blog wollte ich anfangs nicht darauf spezialisieren. Rezepte schon auch, aber eben neben Do-it-Yourself, Büchern, Filmen, Interieur, Beauty… Ich wollte über alles das schreiben, was ich liebe. Doch eine der Erfahrungen aus dem ersten Jahr als Bloggerin: Gemischtwarenhandlung = nicht gut.

Happy Birthday, mein wunderbares Chaos!

Das ist als Einzelperson mit Fulltimejob, die das Bloggen als Hobby betreiben will, einfach nicht machbar. Ganz schnell hat sich nämlich gezeigt, dass ich kaum noch Zeit haben werde, um überhaupt irgend etwas selber zu machen. Dabei fließt die Zeit nicht nur in die Projektidee und ins Fotografieren, immens viel Zeit geht für all das Drumherum drauf. Ich habe niemanden, der mir mit der Technik hilft. Meine einzige Unterstützung, wenn ich irgendwas auf meinem WordPress-Blog umsetzen will, ist Google. Das hat bislang noch immer so weit geklappt, aber es dauert verdammt lange, wenn man sich mit Versuch & Irrtum durchzuschlagen versucht.

Versteht mich nicht falsch: Dieser Blog muss kein Wettrennen gewinnen, das ist mein kleines, ganz persönliches Ding. Wenn ich aber meine Zeit da rein hänge, dann soll das doch bitte auch so aussehen, wie ich mir das vorstelle. Und da verbeiße ich mich dann stunden- und manchmal auch tagelang in Details, die anderen vielleicht gar nicht auffallen. Ganz schnell habe ich außerdem gemerkt, dass meine Fotos nicht meinen Vorstellungen entsprachen. So sahen die zum Beispiel zu Anfang aus.

Obwohl ich finde, dass meine Bilder schon viel besser geworden sind, ist es für mich jedes Mal wieder ein Kampf, bis die Fotos im Kasten sind. Gerade im Winter, wenn ich unter der Woche nur bei Kunstlicht fotografieren kann. Ein Workshop bei Frl. K sagt ja hat mir da sehr weitergeholfen, aber bei der Bildbearbeitung bin ich immer noch unsicher und wurstele mich oft einfach nur durch. Um viele Themen habe ich mich im ersten Jahr überhaupt noch nicht kümmern können. Vor allem die Tatsache, dass ich noch keine richtige Datensicherungsroutine am Laufen hab, macht mir ein bisschen Bauchweh. Und wie SEO wirklich geht, keine Ahnung.

Blümchen zum Bloggeburtstag!

Mein Umfeld fragt auch schon mal, warum ich so viel in dieses Blogprojekt investiere. Denn natürlich bleibt auch weniger Zeit für Familie und Freunde. Ganz einfach: das Blog ist eine einzige große Herausforderung für mich. Und ich liebe Herausforderungen. Ich habe schon so viel dazu lernen dürfen, habe tolle Blogger kennen gelernt, vor allem aber macht es einfach wahnsinnig viel Spaß für dieses Blog zu schreiben – jenseits von journalistischen Darstellungsformen und Verlagsvorgaben. Hier muss ich meine eigenen Meinung nicht als „Kommentar“ kennzeichnen oder versuchen, objektive Distanz zu wahren. Hier bin ich ganz nah bei mir. Natürlich schreibe ich auch hier, damit irgendwer das liest. Sonst müsste ich das nicht im Internet machen, sondern würde von Hand in ein schickes abschließbares Büchlein kritzeln.

Und da bin ich direkt bei einem Punkt, der mich gelegentlich ins Zweifeln bringt: Will das überhaupt jemand lesen, was ich hier schreibe? Ist das für irgendjemanden relevant? Es gibt tausende Blogs und darunter sind sehr viele sehr gute. Warum sollte also irgendjemand genau mein Blog lesen? Die reinen Zahlen, die Google Analytics da so ausspuckt, sind ziemlich ernüchternd. Also: Mehr Zeit investieren, um über soziale Medien Menschen auf mein Blog aufmerksam zu machen – oder einfach auf die Zahlen sch…. und motiviert weiterschreiben für die kleine Schar Auserwählter, die regelmäßig vorbeischaut?

Ich tendiere derzeit zu letzterem, denn: Ich will nicht noch mehr Zeit mit Facebook und Instagram verbringen, stattdessen mit entspannter Grundhaltung im zweiten Bloggerjahr wieder öfter im Leben 1.0 aufschlagen. Zum Beispiel muss ich wieder regelmäßig laufen gehen. Dieses Foodbloggen schlägt ganz schön auf die Körpermitte!

Ich danke Euch von ganzem Herzen, dass Ihr hier seid, dieses Blog lest, unterstützt und kommentiert! Ich hoffe, Ihr schaut auch im zweiten Jahr regelmäßig bei mir vorbei!

Chaos-Grüße von
Eurer Conny

Keine Lust auf Silvester

Es gibt eine Frage, die fürchte ich wie keine andere. Kaum ist Weihnachten vorbei – und manchmal auch schon vorher – geht‘s los: „Und, was macht Ihr so an Silvester?“ Dieses Jahr ist es besonders schlimm, denn meine Antwort lautet: „Nichts.“ Einfach nur gar nichts.

Luftgetrocknete Wurst und Antippst zu Silvester

Mit dieser Entscheidung, die der beste aller Ehemänner mit mir gemeinsam so getroffen hat, bin ich sehr glücklich. Und muss mich doch jedes Mal wieder dafür rechtfertigen. Weil nichts zu machen ja generell in unserer Gesellschaft nicht so besonders angesehen ist, aber an Silvester gleich schon mal gar nicht zu gehen scheint. Der Plan sieht also wie folgt aus: Ich plaudere meine Gründe dafür jetzt einfach hier aus. Und verweise dann meinen kompletten Freundes- und Bekanntenkreis aufs Bog. Also alle 10. Traffic generieren – kann ich. 🙂

Ich bin eigentlich ein optimistischer Mensch. Für mich ist das Glas immer eher halb voll, ich lächle gerne und wenn ich wirklich mal schlechte Laune habe, dann versuche ich, meine Umwelt weitestgehend mit meinen Allüren zu verschonen. 364 Tage im Jahr klappt das ganz prima, dieses Jahr sogar 365 Tage. Aber an diesem letzten Tag des Jahres trifft mich der Jahresendblues mit voller Wucht. Jedes Mal.

Silvester isst jeder, wann er will

 

Dann schaue ich auf das zurückliegende Jahr, ach was, auf ALLE zurückliegenden Jahre und bin kein bisschen froh, über alles, was ich geschafft und erreicht habe, sondern sehe nur und ausschließlich, was alles nicht geklappt hat, was ich – wieder einmal – nicht geschafft habe und was in meinem Leben nicht so läuft, wie ich mir das vielleicht irgendwann mal ausgemalt habe.

Und obwohl ich rein rational weiß, wie gut es mir geht, wie sehr ich mich freuen kann, dass ich gesund bin, einen wundervollen Mann habe, phantastische Freunde und eine Familie, die mich jederzeit unterstützt – auch wenn ich allergrößten Blödsinn mache. Obwohl ich das alles weiß, kann ich nichts dagegen tun. Und ich hab wirklich schon vieles versucht: Ich war auf Partys, beim Feuerwerk, ich habe Essen gegeben, ich war im Theater, ich habe gearbeitet – es endet immer mit Tränen.

Leckere Snacks für Silvester

Also habe ich das jetzt akzeptiert, freue mich, dass ich nur einen Tag im Jahr so schlecht drauf bin und lasse mich einfach so, wie ich bin. Mein Mann wird mich in den Arm nehmen und trösten. Und an Neujahr werde ich bereits wieder Pläne für 2017 schmieden und mich fragen, was am Vorabend eigentlich mit mir los war.

Aus all diesen Gründen plane ich für Silvester auch kein tolles Essen, es gibt weder Raclette, noch Fondue oder gar ein mehrgängiges Menü. Ich richte uns ein paar kalte Dinge auf Platten und jeder isst, wann er Lust dazu hat. Wir werden den ganzen Tag auf der Couch rumliegen, bis uns der Rücken weh tut, lesen, vielleicht einen Film angucken, ein heißes Bad wäre schön. Alles, nur kein Feierzwang. Silvester, Du kannst mir gar nix!

Luftgetrocknete Wurst und Antipasti an Silvester

Aus all den angegebenen Gründen frage ich Euch jetzt auch nicht „Und, was macht Ihr so an Silvester?“, sondern ich nutze die Gelegenheit und wünsche Euch einen wundervollen Jahresausklang, genau so, wie Ihr ihn gerne verbringen möchtet! Kommt gut ins Neue Jahr und bleibt mir auch 2017 gewogen! Ich würde mich sehr freuen, auch im Neuen Jahr von Euch zu lesen.

Herzliche Grüße
Eure Conny