Mondsüchtig: Das Essen zum Film - Mein wunderbares Chaos

Mondsüchtig: Das Essen zum Film

Bobo: „Sind sie so weit?“
Johnny: „Oh. Hallo Bobo, wie geht’s ihnen heute abend?“
Bobo: „Sehr gut, Mr. Johnny.“
Johnny: „Also wir nehmen den Salat Ticino. Und ich möchte den Fisch spezial.“
Loretta: „Nein, den Fisch möchtest du nicht.“
Johnny: „Nein?“
Loretta: „Nein, heut gibt’s den öligen Fisch. Nicht vor dem Flug.
Johnny: „Na schön, vielleicht hast du recht.“
Loretta: “ Ok, Bobo. Wir nehmen Manicotti, Bobo.“
Bobo: „Si, Miss Loretta.“
Loretta: „Dann hast du eine feste Grundlage im Magen. Wenn du öligen Fisch isst, fliegst du los und auf der halben Strecke nach Sizilien wirst du grün und deine Hände fangen an zu schwitzen.“
Johnny: „Du sorgst dich um mich.“

Überraschung! Ich war auch mal jung. Und das war ziemlich genau in den Achtzigern. Damals kannte man schon das Bewegtbild. Als die Rhein-Neckar-Blogger sich also für das Movie Time-Thema für Make a story im Oktober entschieden haben, war ich mir schnell sicher: Es soll ein Film aus den Achtzigern sein.

Entschieden habe ich mich für Mondsüchtig und serviere Euch heute das Essen zum Film. Warum gerade Mondsüchtig? Hallo?!? Natürlich wegen Nicholas Cage! Ich kenne keinen einzigen Film mit Nicholas Cage, den ich nicht mag. Okay, Cher ist auch ganz in Ordnung.

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Und Dean Martin singt „That’s amore“

Mondsüchtig ist ein amerikanischer Film und trotzdem ist es für mich einer der italienischsten Filme überhaupt. Es geht um Liebe und Leidenschaft und um die Angst vor dem Tod. Wenn alle verrückt spielen, kann nur einer Schuld sein: der Vollmond. „La Luna“ ist groß und rund und „bringt die Frau zum Mann“. Und Dean Martin singt dazu „That’s Amore“.

 

Loretta (Cher) lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrem Großvater  in Little Italy in Brooklyn. Die Buchhalterin ist eher nüchtern und vernunft-gesteuert. Sie ist Witwe; ihr Mann wurde vom Bus überfahren. Loretta glaubt, das liegt daran, dass sie es mit dem Heiraten nicht richtig gemacht hat. Ohne die Familie und statt in einer Kirche in der City Hall. Beim zweiten Mal will Loretta keine Fehler machen: angefangen vom Heiratsantrag bis hin zu der Feier.

 

Mondsüchtig: Das Essen zum Film - Mein wunderbares Chaos

„Wenn man sie liebt,
treiben sie einen in den Wahnsinn!“

Für ihren Verlobten Johnny hegt sie keinerlei leidenschaftliche Gefühle. Sehr zur Freude ihrer Mutter, die mit der Weisheit der langjährigen Ehefrau feststellt: „Wenn man sie liebt, treiben sie einen in den Wahnsinn.“ Während ihr Verlobter ans Bett seiner todkranken Mutter nach Sizilien eilt, nimmt sie Kontakt zu seinem jüngeren Bruder (Nicholas Cage) auf. Die Brüder haben sich vor fünf Jahren zerstritten und Johnny wünscht sich eine Versöhnung. Und dass sein Bruder zur Hochzeit kommt.

 

Ronny – Welche Mutter nennt ihre Söhne denn bitte Johnny und Ronny? – zeigt sich unversöhnlich. Und leidenschaftlich und willensstark. Es kommt, wie es kommen muss: Loretta verliebt sich in den jüngeren Bruder ihres Verlobten und geht mit ihm ins Bett. Am nächsten Morgen will sie ihrer Wege gehen, doch Ronny überredet sie dazu, am Abend mit ihm die Oper zu besuchen.

 

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Haarscharf am Kitsch vorbeigeschrammt

Loretta gönnt sich einen Aufenthalt im Schönheitssalon (Der heißt „Cinderella“ – echt jetzt!) und geht einkaufen, um sich am Abend in die Schönheit zu verwandeln, die schon lange in ihr schlummert (Hallo!?! Cher sah in den 80ern auch in ihrer Buchhalterinnen-Kluft Hammer aus. Eh klar.)

 

Lange Rede, kurzer Sinn: Die sizilianische Mamma erholt sich, als sie von der geplanten Hochzeit ihres Ältesten erfährt, der macht einen Rückzieher. Ronny springt gerne ein. Und Cosmo, Lorettas Vater, der sich außerehelich vergnügt, kehrt geläutert zu seiner Ehefrau zurück.

 

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Die Liebe macht nicht alles schöner

Das klingt alles ganz furchtbar profan – und könnte es auch sein, wäre das nicht mit phantastischen Schauspielern so in Szene gesetzt worden, dass es haarscharf am Kitsch vorbei schrammt. Italienische Arien, ein Großvater, der seinen Hunden beibringt, wie man den Mond anheult, Nicholas Cage als wahrer Drama King, katholische Beichte, alte Leidenschaft, die wieder aufflackert. Und am Ende die Erkenntnis: Es gibt sie, die große Liebe, aber sie macht nicht automatisch alles schöner.

 

Mamma: „Liebst Du ihn?“
Loretta: „Ma, ich liebe ihn schrecklich.“
Mamma: „Ach Gott, so ein Jammer!“

 

Alles schön und gut, aber können wir jetzt endlich zum Essen kommen?  Die eingangs zitierte Szene findet sich auch im Film ganz am  Anfang: Johnny möchte Loretta im Restaurant einen Heiratsantrag machen. Der Kellner nimmt die Bestellung entgegen. Johnny möchte gerne Fisch. Schlechte Idee vor dem langen Flug nach Sizilien, glaubt Loretta. Und sagt bestimmt zum Kellner: „Wir nehmen Manicotti.“ Und die machen wir heute.

 

Manicotti sind ähnlich wie Cannelloni: Große, röhrenförmige Teigwaren mit einem Durchmesser von zirka zweieinhalb Zentimetern. In der Regel werden Manicotti mit verschiedenen Arten von Käse, Fleisch, Gemüse oder Meeresfrüchten gefüllt.
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Manicotti

Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Arbeitszeit 50 Minuten
Portionen 3 Personen

Zutaten

  • 400 Gramm Tomaten in Stücken aus der Dose
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 12 Blatt Basilikum
  • etwas Olivenöl zum Anbraten
  • 150 Gramm Manicotti-Röllchen
  • 300 Gramm Blattspinat gefroren
  • 250 Gramm Ricotta
  • 100 Gramm Parmesan
  • 2 Beutel Mozzarella
  • Öl für die Auflaufform
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Anleitungen

  1. Aufgetauten Blattspinat gut ausdrücken und kleiner schneiden. Parmesan reiben. Beides mit dem Ricotta vermischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

  2. Zwiebel und Knoblauch klein schneiden. In wenig Olivenöl glasig dünsten, mit dem gestückelten Tomaten auffüllen, Basilikum hinzufügen und die Tomatensauce etwa 10 Minuten köcheln lassen. Dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  3. Die Nudelrollen mit der Ricotta-Blattspinat-Masse füllen. Die Tomatensauce in eine gefettete Auflaufform füllen. Die Manicotti darauf verteilen. Mozzarella in Scheiben schneiden und auf die Nudeln geben.

  4. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Manicotti 30 Minuten im Ofen garen.

So – und jetzt macht Euch bitte noch schnell eine Kerze an und schenkt Euch ein Gläschen Wein ein. Und dann genießt das schöne Essen mit lieben Menschen – das ist so wichtig!

 

Seid Ihr neugierig, was die anderen Rhein-Neckar-Blogger zum Filmthema veröffentlicht haben? Hier geht’s zu den gesammelten Beiträgen. Hüpft doch gleich mal rüber!

 

Herzlichst, Eure Conny

 

PS: Filme schaut man sich übrigens idealerweise im Lichtspielhaus an und nicht daheim auf der Couch.  Die Couch ist für Serien. Und für Wiederholungen.  😉

 

Mondsüchtig: Das Essen zum Film - Mein wunderbares Chaos

12 Gedanken zu „Mondsüchtig: Das Essen zum Film“

  1. Oooohhhh das hört sich so gut an und sieht soooo lecka aus. Hab jetzt echt Bock auf son Auflauf. Und der Film … tolle Wahl 😉 . Also klappt ja super. Du den Hauptgang, ich das Dessert 😀 😉 …
    LG Sonja

  2. Liebe Conny,

    was für ein wunderschöner Beitrag! Du hast den Film so gut beschrieben, dass ich mir richtig gut vorstellen kann, wie die beiden da sitzen und Cher die Manicotti bestellt. Ich kenne weder den Film (bin ja erst 1985 geboren) noch Manicotti. Es wird Zeit das Rezept zu testen 🙂

    Herzliche Grüße

    Anja

    1. Liebe Anja, Du Jungspund :),
      schau Dir den an einem verregneten Herbsttag unbedingt mal an! Ich glaube, den kann man auch heute noch sehen. Hat damals immerhin drei Oscars abgestaubt (beste Hauptdarstellerin, beste Nebendarstellerin und bestes Drehbuch). Für die Manicotti gab’s damals zwar keinen Oscar, den hätten sie aber definitiv verdient. Die sind wirklich sehr, sehr gut.
      Herzlichst, Conny

  3. Ciao Conny!
    Erst dachte ich, ooooooooooh Lasagne, wie toll! Dann habe ich den Teaser gelesen und dachte: Ooooooooooooooh, dieses Lied, große Amore und so lange nicht mehr gehört! Danke für den Ohrwurm und das tolle Rezept. Gar nicht schlimm, dass es keine Lasagne ist. Manicotti muss ich definitiv kennenlernen. Buona Notte!
    Marion

    1. Liebe Marion,
      freut mich, dass ich Dir einen schönen Ohrwurm verpassen konnte. Ich liebe Dean Martin. 🙂
      Lasagne mache ich nie vegetarisch, aber diese Manicotti – die passen ganz wunderbar auf Deinen fleischlosen Speiseplan! Ich würde mich freuen, zu hören, wie sie Dir geschmeckt haben.
      Herzlichst, Conny

  4. Liebe Conny! Grad komme ich vom einkaufen zurück und alle Zutaten sind jetzt da! Du hast den Film so toll beschrieben und ich kenne ihn noch nicht – obwohl ich ja schon ein paar Jährchen älter bin als Du! Heute Abend also Manicotti und anschließend den Film – der Abend ist gerettet, Ach ja, bald kann ich ja auch wieder die Dean Martin Weihnachts-Cd´s rausholen. Liebe Grüße gudrun

    1. Liebe Gudrun,
      ich freue mich so, dass ich Dich inspirieren konnte! Jetzt muss ich nur noch unbedingt wissen, wie Du es fandest. Also das Essen UND den Film. 🙂
      Herzlichst, Conny
      PS: Weihnachts-CD von Dean Martin – gibt’s hier auch! 😉

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