Ran an den Rost!

Lotusgrill, my love

Es soll ja Menschen geben, denen ist es völlig egal, ob auf Gas, Holzkohle oder mit Strom gegrillt wird. Schmeckt doch eh alles gleich, sagen sie. Dem kann ich auf gar keinen Fall zustimmen. Das einzig wahre Grillen findet auf Holzkohle statt. Alles andere lässt sich auch auf einem Herd oder im Backofen simulieren, aber der Geschmack von Holzkohle ist es, der aus dem Grillen etwas Besonderes macht.

Und weil für mich der Holzkohle-Geschmack zählt, verstehe ich auch nicht unbedingt den Ehrgeiz, komplette Menüs auf dem Grill zubereiten zu wollen. Einfach nur, weil es geht. Ich kann ein Omelett Surprise oder einen Kuchen nun mal viel einfacher im Backofen zubereiten als über kunstvoll herbei geführter indirekter Hitze auf einem Grillrost. Und ich will ein leckeres Ergebnis und mir nicht das Leben schwer machen.

Dorade vom Grill

„Ich habe Feuer gemacht.“ Das ist ein Spruch, der gemeinhin gerne dem Mann zugerechnet wird. Aber bei uns bin eher ich diejenige, die den Grill anschmeißt. Wir sind nur zu zweit und oft vertrat der Mann in der Vergangenheit die Auffassung, das lohne sich für uns beide nicht. Klar, bei unserem aus Ziegeln gemauerten Grill im Garten war er da durchaus im Recht. Doch seit kurzem sind wir Besitzer eines Lotusgrills. Und ich muss sagen: Ich liebe das Ding.

Dem Versprechen, dass er rauchfrei grillt, würde ich jetzt nicht so unbedingt Glauben schenken, denn natürlich qualmt es auch hier, wenn Fett in die Glut tropft. Aber ebendiese Glut ist binnen Minuten da – dank der Belüftung der Holzkohle durch den batteriebetriebenen Ventilator und dem Einsatz von Brennpaste auf der Anzündschale. Und weil das Gehäuse nicht heiß wird, kann man ihn nutzen wie einen Tischgrill.

Auch das stundenlange Warten auf den Grillgenuss fällt aus. Schon nach wenigen Minuten kann man das Grillgut auf den Rost packen. Bislang war das Wetter bei uns noch nicht so stabil, dass man sich hundertprozentig darauf verlassen konnte, dass es auch noch eine Stunde nach der Entscheidung fürs Grillen nicht auf den Grill regnet. Der Lotusgrill macht für uns auch spontanes Grillen möglich. Für zwei Personen hat er genau die richtige Größe. Und er sieht auch noch verdammt schick aus.

Bauernsalat

Beim Plädoyer für ein echtes Feuerchen und gegen elektrisches Grillen nehme ich zwar eine für mein Geschlecht wohl untypische Position ein, aber bei dem, was auf den Grill kommt, bin ich dann wieder ganz Klischee. Es muss nicht immer Fleisch sein! Gemüsespieße, Halloumi, Schafskäse, Zucchinischeiben mit Kräuteröl – das läuft für mich alles jedem Würstchen den Rang ab.

Zuletzt haben wir Dorade auf den Grill gepackt: gefüllt mit Zitronenscheiben, Rosmarin und Frühlingszwiebelchen. Sehr lecker! Auch Salate und Dips gehören für mich unbedingt zum Grillerlebnis dazu. Hier war es ein Bauernsalat – die Oliven schön extra, denn der Mann steht nicht so drauf.

Oliven und Dips

Was ich sehr mag – keine Ahnung, ob das außer mir noch jemand macht – ist gegrilltes Brot. Ich lege einfach ganz normale Bauernbrot-Scheiben mit auf den Rost. Das geröstete Brot – gerne an der Grenze zum Verbrannten – kenne ich aus meiner Kindheit und mag es bis heute.

Wenn es Fleisch gibt, dann esse ich dazu wahnsinnig gerne Tsatsiki. Mein Rezept dafür stammt aus einer Brigitte Extra von 1990. Das Heft heißt „Die 50 besten Rezepte aus aller Welt“. Die darin beschriebenen Klassiker sind allesamt super, die Rezepte gelingsicher. Irgendwann werde ich Euch das Heft mit seinen tollen Rezepten hier einmal vorstellen. Samt Foto, damit Ihr seht, wie sehr das Heft in den vergangenen fast 26 Jahren von mir geliebt wurde. 🙂

Und hier ist mein Rezept (na gut, das der Brigitte) für Tsatsiki. Man braucht:

  • 1 Salatgurke
  • 4 bis 6 Knoblauchzehen
  • 150 Gramm Schafskäse
  • 1 Becher saure Sahne
  • 1 Becher Schmand
  • 500 Gramm Joghurt
  • Salz
  • 1 Bund Dill

Die Salatgurke schälen, der Länge nach halbieren und die Kerne mit einem Teelöffel auskratzen. Die Gurke mit einer Rohkostreibe grob raffeln. Knoblauch zerdrücken. Schafskäse mit einer Gabel zerdrücken und mit Knoblauch, saurer Sahne, Schmand und Joghurt verrühren. Gurke unterrühren. Mit Salz abschmecken und gehackten Dill unterrühren. Fertig in 20 Minuten.

Schwimmkerzen und Blüten in der Schale

 

2 Gedanken zu „Ran an den Rost!“

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