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Ein zarter Hauch von Waffel

Ich weiß, ich weiß: Ihr fastet alle auf Zucker und Schokolade und jetzt komme ich mit meinen Bildern und Rezepten daher und mache Euch das Fasten schwer. Es tut mir Leid! Ehrlich. Aber ich faste heuer nicht.

2017 war bis jetzt für mich so ein aufregendes Jahr mit vielen neuen Herausforderungen und Erfahrungen, ich fühle mich einfach zur Zeit nicht geerdet genug für den Verzicht. Stattdessen versuche ich, mir in meiner knapp bemessenen Zeit etwas zu gönnen, wie zum Beispiel diese Bricelets mit Schokosahne.

Ein zarter Hauch von Waffel bei Mein wunderbares Chaos

Bricelet, auf deutsch Bretzeli, sind eine Feingebäckspezialität aus der Schweiz. Der Teig wird hauchdünn auf einem Bretzeli-Eisen ausgebacken und ist – ähnlich wie Hippen – nach dem Backen noch kurz formbar. Und ähnlich wie beim Formen von Hippenteig oder beim Selbermachen von Glückskeksen verbrennt man sich dabei ganz trefflich die Fingerspitzen. Was vor allem dann doof ist, wenn man anschließend gleich einen Blogbeitrag tippen will – das aber nur als kleine Bemerkung am Rande.

Bricelets sind wahnsinnig lecker, ein Hauch von nichts (natürlich nicht unter Kaloriengesichtspunkten betrachtet), richtig schön knusprig und damit zerbrechlich. „Friable comme du bricelet“ heißt ein Sprichwort in der französischen Schweiz. „Zerbrechlich wie ein Bretzeli“ eben.

Die ältesten schriftliche Belege für den Hauch von einer Waffel stammen aus den Klosterküchen, denn das Bretzeli-Eisen ist das weltliche Gegenstück zum religiösen Hostien-Eisen. In Süddeutschland und im Alpenraum war das Backeisen für Waffeln und Bretzeli lange der adligen und bürgerlichen Küche vorbehalten und hatte dort seine Blütezeit vom 14. bis zum 16. Jahrhundert.  In den meisten Museen der Schweiz finden sich Backeisen, die ältesten aus dem 16. Jahrhundert. Die älteste Erwähnung eines „fer à bricelets“ findet sich in der Westschweiz 1552 im „Glossaire des Patois de la Suisse romande“ beschrieben.

Meines ist unwesentlich jünger, stammt von Tefal und ich möchte es hier ausdrücklich loben. Ich hätte mir vermutlich kein eigenes Bricelets-Eisen gekauft, dafür macht man die zerbrechlichen kalorienhaltigen kleinen Biester einfach viel zu selten. Aber ich habe mich vor etwa einem halben Jahr für ein neues „Kombigerät“ entschieden. Dank auswechselbarer Platten kann ich damit belgische Waffeln, Sandwichs, Panini und eben auch Bricelets machen. (Und in absehbarer Zeit vielleicht auch Donuts. :))

Ein zarter Hauch von Waffel bei Mein wunderbares Chaos

Das Schöne an den Bricelets: Man kann sie sowohl süß als auch salzig machen. Für die deftigere Variante kommen Käse, Aceto di Modena, Paprika oder Kümmel in die Waffeln. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Varianten wunderbar zum Aperitif oder am Abend zum Weinchen auf der Terrasse passen und werde das demnächst mit Sicherheit mal ausprobieren.

Für den Anfang habe ich es allerdings mal mit dieser süßen Variante versucht. Und die war gar nicht so übel.

Für den Teig braucht man:

  • 250 Milliliter Sahne
  • 170 Milliliter Weißwein
  • 150 Gramm Zucker
  • 220 Gramm Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 2 Esslöffel Kirschlikör

Für die Füllung braucht man:

  • 2 Becher Sahne
  • 100 Gramm Schokolade

Ein zarter Hauch von Waffel bei Mein wunderbares Chaos

Und so wird’s gemacht:

Sahne, Weißwein und Zucker so lange miteinander verrühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Mehl und Salz untermischen. Den Teig 2 Stunden zugedeckt ruhen lassen. Dann den Kirschlikör unterrühren. Das Bricelet-Eisen erhitzen und zirka 1 Esslöffel Teig pro Bricelet hineingeben. 2 bis 3 Minuten backen. Die noch heißen Bricelets um den Stiel eines Kochlöffels wickeln und abkühlen lassen.

Für die Füllung die Sahne erhitzen und die Schokolade darin schmelzen lassen. Den Sahne-Schokoladen-Mix abkühlen lassen. Im Kühlschrank richtig runterkühlen und dann mit dem Mixer steif schlagen. In einen Spritzbeutel füllen und vorsichtig von beiden Seiten in die Waffelröllchen spritzen.

Die ausgekühlten und noch nicht gefüllten Bretzeli lassen sich auch sehr gut in Blechdosen aufbewahren und bleiben darin lange knusprig. Also theoretisch. Also sie könnten frisch bleiben, wenn sie lange genug überleben würden. Ach, Ihr wisst schon, was ich meine!

In diesem Sinne! Habt noch einen wunderbaren Restsonntag, Ihr Lieben!

Bussi!
Conny

 

An Ostern ist Schluss mit Fasten

Bald ist Ostern!

Obwohl ich – wie die allermeisten Frauen – sehr auf Deko stehe und ich im Advent komplett ausflippe, um in jeder Ecke für Weihnachtsstimmung zu sorgen, lässt mich Ostern in Sachen Deko vergleichsweise kalt. Das liegt vielleicht daran, dass es lange nur mit Häschen bestickte Läufer und ausgeblasene Eier an Weidenzweigen zu bewundern gab.

Auch wenn sich das in den letzten Jahren geändert hat und es viele stylishe Ideen für die Wohnungsdeko gibt: Ich bin damit noch nicht so richtig warm geworden. Vielleicht wird’s ja dieses Jahr! Ich hab nämlich einen ganz besonderen Grund, mich auf Ostern zu freuen.

An Ostern endet das Fasten. Und zum allerersten Mal habe ich mich auch an „40 Tage ohne“ versucht. Allerdings nicht ohne Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten. Nein, ich faste Fernsehen. Mein Fernsehkonsum war  bedenklich geworden. Ich schaue wirklich sehr gerne in die Glotze und war schon immer voll ungläubiger Bewunderung für all diejenigen, die ganz ohne TV auskommen.

Nicht, dass das für mich je in Frage käme: Ich liebe Filme. Von guten Geschichten lasse ich mich sehr gerne unterhalten. In letzter Zeit habe ich aber dazu tendiert, unkritisch jeden Schwachsinn einzuschalten. Und ich hatte das Gefühl, dass mir dieses Konsumverhalten jegliche Energie raubt. Im Vorfeld war ich sehr skeptisch. Kann ich wirklich ohne Glotze? Ich hab dann auch niemandem groß von meinem Vorhaben erzählt und mich einfach seit Aschermittwoch anderweitig beschäftigt, hab gelesen, Musik gehört, die Küchenschubladen aufgeräumt…

Wahnsinn, wie viel Zeit ich auf einmal habe! Und: Der Fernseher fehlt mir kein Stück. Fernseh-Fasten fällt mir viel leichter als ich je gedacht hätte. Nur am Sonntagabend fehlt mir mein Tatort-Ritual. Aber bis Ostern ist es nicht mehr lange. Und ich bin mir sicher, dass ich auch nach der Fastenzeit nicht rückfällig werde.

Die roten Ostereier mit den weißen Punkten habe ich gekauft – ich kann leider Polka Dots nicht widerstehen. Die Zeitungspapier-Eier sind ausgeblasen. Mit Pinsel und Serviettenkleber habe ich Zeitungspapier aufgeklebt. Ich benutze dafür gerne ausländische Zeitungen. Die Schmetterlinge habe ich aus einer Zeitschrift rauskopiert, ausgeschnitten und ebenfalls aufgeklebt. Ein paar Wachteleier und Moos verleihen der Mini-Orchidee in der Glasvase ein Oster-Image.

Frohe Ostern!