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Der Frühling schmeckt nach Bärlauch

„Irgendwas ist ja immer“ – ich überlege ernsthaft, mir das auf ein Kissen sticken zu lassen. Wenn ein Tag damit beginnt, dass man in der Dusche ausrutscht und sich dabei übelst den Zeh verdreht, und damit endet, dass der Mann ins Krankenhaus muss, dann ist das einfach einer von denen, die nur so suboptimal gelaufen sind. Ich schreibe Euch das eigentlich nur, damit Ihr mir verzeiht, dass ich gestern nicht in der Stimmung dafür war, hier Bärlauch-Rezepte zu verbloggen.

Meinem Mann geht es soweit schon wieder gut. Er gängelt mich vom Krankenbett aus und ich humpele ein wenig, um auch ein bisschen Mitleid abzukriegen. Nur so viel: Ich weiß jetzt, warum Nurse Jacky glaubt, Drogen brauchen zu müssen. Zum Glück bin ich nur Serienjunky. Klar, dass das alles zu einem Zeitpunkt über mich hereinbricht, da im Büro die Hütte brennt und meine Eltern am Wochenende ihre Goldene Hochzeit feiern. Sonst wäre es ja nur der halbe Spaß.

Der Frühling schmeckt nach Knoblauch. Jetzt Bärlauch-Rezepte auf Mein wunderbares Chaos

Aber jetzt genug gejammert! Es ist Frühling und der schmeckt für mich zur Zeit nach Bärlauch. Ich habe zum ersten Mal Bärlauch-Schupfnudeln gemacht. Und damit die nicht so trocken daher kommen, habe ich Kalbsbäckchen geschmort und eine ordentliche Sauce dazu gezogen. Das war sehr lecker, aber selbst, wenn wir wollten, könnten wir uns das nicht jeden Tag leisten: Die Preise für Kalbsbäckchen sind aufgrund der stark gewachsenen Nachfrage wirklich explodiert. Daher essen wir sie als das, was sie tatsächlich ja auch sein sollen: etwas Besonderes.

Vielleicht seid Ihr noch auf der Suchen nach einem schönen Essen für die Osterfeiertage? Dafür eignen sie sich besonders gut, denn sie lassen sich super vorbereiten. Einfach schon am Vortag schmoren, die Sauce fertig machen, Kalbsbäckchen zurück in die Sauce und zum Feiertagsessen heiß setzen. Fertisch! Ich hab – damit es sich lohnt – auch gleich ein paar Bäckchen mehr gemacht und mitsamt der Sauce eingefroren. (So langsam kommt mein kleiner Gefrierschrank an seine natürlichen Grenzen. Wir sollten den demnächst unbedingt mal leerfuttern.)

Der Frühling schmeckt nach Knoblauch; jetzt Bärlauch-Rezepte auf Mein wunderbares Chaos

Und das braucht Ihr für die Kalbsbäckchen:

  • 4 Kalbsbäckchen (mein Metzger hatte die auch nur gefroren, besser vorbestellen)
  • Salz und Pfeffer
  • Rapsöl
  • 2 Karotten
  • 1/4 Sellerieknolle
  • 1 Pastinake
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 Esslöffel Tomatenmark
  • 1/2 Liter Rotwein
  • Kalbsfonds (Ich träume immer davon, Fonds selber zu machen und zu bevorraten. Tja, der war gekauft.)

Und so habe ich die Bäckchen gemacht:

Die Bäckchen abwaschen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. Salzen und pfeffern und dann in der Pfanne oder im Bräter in Rapsöl kräftig von allen Seiten anbraten.

Zwiebeln und Knoblauch schälen und zusammen mit geputzten Karotten, Sellerie und  Pastinake in grobe Stücke zerteilen. Kalbsbäckchen aus der Pfanne nehmen und als nächstes das Wurzelgemüse anbraten. Wenn das Gemüse ordentlich Röststoffe gebildet haben, das Tomatenmark dazugeben und mit anbraten. Nicht zu lange, sonst wird die Sauce bitter. Mit der Hälfte des Rotweins ablöschen.

Ich fülle Bäckchen, Gemüse und Bratenansatz meist zu diesem Zeitpunkt in einen Bräter um und lasse alles bei kleiner Flamme schmoren. Dabei immer wieder Flüssigkeit nachfüllen: Zuerst den restlichen Rotwein, dann den Kalbsfonds. So lange schmoren, bis die Bäckchen weich sind. Das dauert – je nach Größe der Backen – 1 bis 11/2 Stunden.

Die Bäckchen aus dem Bräter nehmen und das Gemüse in der Sauce pürieren. Die Sauce abschmecken. Ich nehme immer ausreichend Gemüse, so dass die Sauce beim Pürieren schon schön sämig wird. Dann braucht man sie nicht mehr gesondert abzubinden. Als Topping habe ich den Bäckchen Rotwein-Balsamico-Zwiebeln mitgegeben.

Der Frühling schmeckt nach Knoblauch. Bärlauch-Rezepte gibt es jetzt auf Mein wunderbares Chaos

So habe ich die Bärlauch-Schupfnudeln gemacht:

  • 400 Gramm Kartoffeln
  • 150 Gramm Mehl
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • Salz
  • 2 Eier
  • 50 Gramm Bärlauch

Bärlauch waschen und anschließend sehr fein hacken (wer keinen frischen Bärlauch hat, kann die Schupfnudeln auch mit Bärlauchpesto oder -paste machen). Kartoffeln schälen, in Salzwasser kochen und noch heiß durch eine Presse (ich nehme die Spätzlepresse) drücken. Bisschen abkühlen lassen und dann alle Zutaten miteinander vermengen und den Teig zu einer Rolle von etwa 4 Zentimetern Durchmesser formen.

In zirka 20 Stücke schneiden und mit nassen Händen zu kleinen Schupfnudeln formen. Salzwasser zum Kochen bringen und die Schupfnudeln im gerade so nicht mehr kochenden Wasser gar ziehen lassen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche kommen. Mit dem Schaumlöffel in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben. Zum Servieren in Butter abbraten.

Schmeckt sehr gut als Beilage, aber würde auch als Hauptgericht taugen. Zum Beispiel mit etwas Salbei in der Butter und  anschließend Parmesan darüber. Auch die Schupfnudeln lassen sich gut vorbereiten und mit Folie oder feuchtem Tuch im Kühlschrank aufbewahren, bis sie kurz vor Servieren in die Pfanne wandern.

Ich wünsche Euch einen wunderschönen Frühlingstag ohne böse Überraschungen. Und – ups – mir und meiner Familie wünsche ich das auch!

Herzlichst, Conny

Brust oder Keule?

Habt Ihr Euch schon entschieden, was Ihr zu Weihnachten kochen wollt? Bei uns gibt es dieses Jahr diese leckere rosa gebratene Entenbrust mit Kürbisgnocchi und Rosenkohl. In der Vergangenheit habe ich viel mit ganzem Geflügel experimentiert, wollte unbedingt eine ganze Ente oder Gans servieren. Das Ergebnis war immer eher bescheiden und stand in keinem Verhältnis zum Aufwand. Vor allem das frühe Aufstehen, um das Geflügel zeitig in den Ofen zu bekommen, hat mich gewaltig gestört.

Enten- oder Gänsebrust finde ich da eine schöne Alternative. Zumal ich die Frage „Brust oder Keule“ immer mit „Brust“ beantworten würde. Die Zubereitungszeit ist überschaubar, das Ergebnis lecker. Natürlich müsst Ihr die Entenbrust nicht unbedingt zu Weihnachten machen. Tatsache ist doch: Wir essen das ganze Jahr über so lecker, dass Weihnachten kulinarisch nicht unbedingt herausstechen muss. Wer braucht schon einen besonderen Anlass, um mit Freunden gemütlich beisammen zu sitzen und lecker zu essen?

Entenbrust mit Kürbisgnocchi und Rosenkohl

Für 4 Personen braucht man:

  • 4 Entenbrüste
  • 3 Esslöffel Butter
  • 2 Stiele Salbei
  • 1/4 Liter trockener Rotwein
  • 100 Milliliter Orangensaft plus 4 Esslöffel
  • 100 Gramm Cranberries
  • 1 Glas Entenfond
  • 2 Esslöffel Orangenmarmelade
  • 1 Esslöffel Speisestärke
  • 1 Hokkaidokürbis von etwa 1 Kilo
  • 2 Eier
  • Salz und Pfeffer
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • 110 Gramm Mehl
  • 1 Kilogramm Rosenkohl
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 große Zwiebel

Leckere Kürbisgnocchi zum Festtagsbraten

Und so hab ich es gemacht:

Den Hokkaido waschen, entkernen und in grobe Würfel schneiden. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen und die Kürbiswürfel auf ein Backblech verteilen. Im heißen Ofen zwischen 30 und 40 Minuten weich garen. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Mit dem Stabmixer pürieren. Eier und Salz unterrühren. Das Mehl mit dem Knethaken unterkneten. Den Kürbisteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu Strängen mit zirka zwei Zentimetern Durchmesser formen. Vom Strang zirka zwei Zentimeter große Stücke abschneiden. Diese mit einer Gabel flach drücken.

Reichlich Salzwasser in einem Topf aufkochen. Gnocchi portionsweise zirka zwei Minuten darin ziehen lassen. Sie sind durchgegart, wenn sie an die Oberfläche steigen. Mit einer Schaumkelle herausheben und in einem Sieb abtropfen lassen.

Tipp: Am besten erst mal zwei oder drei Probe-Gnocchi ins Wasser geben und herausfinden, ob der Teig hält. Je nach Ergebnis der Probe muss vielleicht noch Ei oder Mehl in den Teig.

Rosa gebratene Entenbrust mit Kürbisgnocchi und Rosenkohl

Den Rosenkohl putzen, waschen und längs halbieren. In kochendem Muskatwasser zirka zehn Minuten bissfest garen. Knoblauch und Zwiebeln schälen und fein würfeln.

Für das Fleisch den Ofen auf 175 Grad vorheizen. Entenbrüste waschen, trocken tupfen. Die Haut mit einem scharfen Messer kreuzweise einschneiden – dabei aber nicht ins Fleisch schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Zwei große Pfannen ohne Fett erhitzen. Die Entenbrüste zuerst auf der Hautseite fünf Minuten knusprig braun anbraten, Dann wenden und noch zirka zwei Minuten auf der Fleischseite braten. In eine ofenfeste Form geben.

Leckere Entenbrust zu Weihnachten

Im heißen Ofen zehn Minuten lang fertig braten. Vom ausgetretenen Entenfett drei Esslöffel abnehmen und mit Rosenkohl, Zwiebelwürfeln und Knoblauch in eine Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze und unter ständigem Wenden anbraten, so dass die Zwiebeln glasig sind.

Für die Sauce den Bratsatz in der Pfanne erhitzen. Mit Wein ablöschen, Entenfond, Orangensaft und Gelee einrühren, aufkochen. Die Cranberries dazu geben und ein paar Minuten mitkochen, bis die Früchte aufplatzen. Die Stärke mit vier Esslöffel Wasser glatt rühren, die Sauce damit binden und weitere zwei Minuten köcheln. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Warm halten

Die Entenbrüste aus dem Ofen nehmen, in Alufolie wickeln und etwa fünf Minuten ruhen lassen. Derweil den Salbei waschen, trocken schütteln, die Blätter abzupfen und mit der Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Gnocchi dazugeben und etwa fünf Minuten unter Wenden braten. Mit Rosenkohl, Fleisch und Sauce servieren.

Zur Entenbrust: eine leckere Canberry-Orangen-Sauce

Ich freu mich schon so auf die Feiertage! Was gibt’s bei Euch zu Weihnachten? Habt Ihr feste Traditionen oder variiert Ihr auch schon mal? Ich bin gespannt auf Eure Kommentare!