Vom Markt frisch auf den Tisch - Mein wunderbares Chaos

Vom Markt frisch auf den Tisch

Eleonora Galasso ist Italienerin und lebt seit acht Jahren in Paris. Sie schreibt Kochbücher und hat in diversen Magazinen veröffentlicht. An 10 von 30 Tagen steht Eleonora im Fernsehstudio und dreht Kochsendungen für den englischen und den amerikanischen Markt. An vielen anderen Tagen gibt sie Crêpes-Backkurse, lädt zum Pop up-Diner oder nimmt Paris-Touristen (wie mich) mit auf ihre Tour: vom Markt frisch auf den Tisch.

Sie denkt auf Französisch, sagt sie. Und sie liebt die Stadt, die sie sich zur Wahlheimat auserkoren hat; das merkt man. Ganz besonders ihr Viertel, Saint Germain des Prés, ihre Straße, ihr schönes Appartement. Eleonora trifft uns in einem Café, wo wir einen schnellen Espresso an der Bar trinken. Wie es die Franzosen machen. Aus sozialen Gründen, glaubt Eleonora. Am Kaffee könne es nicht liegen, rümpft die gebürtige Römerin die Nase. Der sei nämlich nicht überall gut. Wohl wahr.

Schon geht es los: Eleonora nimmt uns mit zum Markt. Zuerst geht es zum Metzger. Das gefällt mir an Paris so gut! Hier gibt es noch richtig viele Metzgereien und Bäckereien. Und was sich da so alles in der Auslage findet: Schweineohren, Hirn, Bries, Lammnieren, Rinderzunge, Schweine-Schnuffel. Vieles davon ist bei uns längst von den Speiseplänen verschwunden. Schade eigentlich! Heute aber wird es wenig exotisch: Eleonora lässt sich vom Metzger ihres Vertrauens Hähnchenschlegel zerteilen, den Knochen entfernen und die Haut abflämmen. Weil das Fleisch dann zarter wird, wenn die Hähnchenteile später in Weißwein schmoren.

Vom Markt frisch auf den Tisch - Mein wunderbares Chaos

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Vom Markt frisch auf den Tisch - Mein wunderbares Chaos

Woher Eleonora das weiß? Die Italienerin trifft sich mit französischen Grandmères und schreibt deren Rezepte und Tipps auf. Vom Metzger aus geht es über die Straße zum Gemüsehändler. Wir kaufen Paprika, Fenchel, Chicoree, Zucchini, Zwiebeln in Weiß und in Rot sowie Champignons.

Die restlichen Zutaten für unser Drei Gänge-Menü hat Eleonora bereits eingekauft. Einen kurze Spaziergang durch Saint Germain später stehen wir vor Eleonoras Haustür. Ihre Wohnung: der wahr gewordene Traum vom Wohnen in Paris. Großzügig, hell, Parkettfußböden. Ineinander übergehende Zimmer, an den Decken Stuck. Nur die Küche ist etwas klein für all die Schnibbelhilfen.

Wir schälen und schneiden Zwiebeln, wir putzen Paprika, schneiden die Zucchini klein und zerpflücken Chicoree. Das Ergebnis soll ein Essen werden, wie es in einem Pariser Haushalt serviert wird: ein Salat mit sowohl rohen als auch gegarten Komponenten, das geschmorte Hähnchen auf einem Bett aus Paprika und eine Crème Patissière mit  Brioches. Letztere hat Eleonora ebenso selbst gebacken wie das Baguette, das sie serviert.

Vom Markt frisch auf den Tisch - Mein wunderbares Chaos

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Die Chicoreeblätter richten wir wie eine Blume in einer Auflaufform an. In einer winzig kleinen Pfanne schwenkt Eleonora ihren „Lemon-Pfeffer“, dazu kommen Zucchini und Fenchel. Zusammen mit roten Zwiebelringen, den Champignons und Käsestückchen landet alles auf dem Chicoree. Bisschen Olivenöl drüber. Fertig.

Zwischenzeitlich wurden die Hähnchenteile zusammen mit weißen Zwiebelwürfeln angebraten und mit Weißwein abgelöscht. Eleonora salzt erst zum Schluss. Lavendel und Kräuter der Provence, beides getrocknet, landen mit den Paprikastreifen in einer Pfanne. Fürs Dessert rühren wir die Crème Partissière von Hand. Pro Eigelb kommt ein (großer) Esslöffel brauner Zucker dazu.

Dann schlagen wir die Crème mit einer Gabel auf. Limettensaft und -zesten kommen hinzu und reichlich Crème fraîche. Später wird Eleonora die Crème zusammen mit dem Brioche in einer Tasse anrichten. Doch zuerst gibt es ein Gläschen Champagner und dann heißt es „à table“ und probieren, was wir da Leckeres fabriziert haben. Ein einfaches Essen, aber aus allerbesten Zutaten zubereitet.

Falls Ihr demnächst mal in Paris seid und ebenfalls an Eleonoras Tour teilnehmen möchtet, so könnt Ihr sie hier buchen.  Wäre das was für Euch? Oder hättet Ihr keine Lust dazu, an einem Urlaubstag mit fremden Leuten zu kochen? Ich bin gespannt auf Eure Meinungen.

Herzlichst, Eure Chaos-Conny

PS: Nächstes Mal mache ich einen Macarons-Backkurs. Ich muss also schon bald wieder nach Paris. Ich tue das nur für Euch, das wisst Ihr, oder? 😉

Vom Markt frisch auf den Tisch - Mein wunderbares Chaos

Vom Markt frisch auf den Tisch - Mein wunderbares Chaos

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5 Gedanken zu „Vom Markt frisch auf den Tisch“

  1. Dein Bericht macht Laune! Es wäre schön, wenn Du das mit den Macarons auf Dich nehmen würdest….
    Habe auf der Buchungsseite nachgesehen und mich gewundert, dass Café, einkaufen, kochen und essen mit nur 3 Stunden veranschlagt wird. Habt Ihr das wirklich in so kurzer Zeit geschafft?
    Jutta, neugierig

    1. Liebe Jutta,
      wir haben das wirklich in 3 Stunden geschafft. Ich sag mal so: Das Menü war jetzt auch nicht sooo anspruchsvoll. 🙈 Wir hatten noch ganz viel Zeit zum Quatschen. Über das Leben in Paris, die vermeintliche Arroganz der Franzosen. Und gute Restauranttipps hatte Eleonora auch noch für uns. Ich fand‘s wirklich interessant. In Sachen Wissensvermittlung würde ich vom Macarons-Backkurs aber etwas mehr erwarten! 😉
      Herzlichst, Conny

  2. Mon cher Conny!
    Wunderbar! Jetzt hast Du es endgültig geschafft, ich bin im Paris-Fieber! So ein Marktbesuch mit Kochen wäre ja sowas von genau mein Ding! Ein Blick auf die Buchungsseite hat gezeigt, dass das Ganze auf Englisch stattfindet. Puh, ein Glück. Mein Französisch ist – sagen wir mal – trés rudimentär ;-))
    Wann machen wir den Macarons-Backkurs? 🙂
    Liebe Grüße!
    Marion

    1. Liebe Marion,
      gern geschehen! 😉
      Yep, das war auf Englisch und wirklich ein sehr schönes Erlebnis. Den Macarons-Backkurs hätte ich dieses Mal schon gerne gemacht, aber das hat leider terminlich nicht hingehauen.
      Das müssen wir besser planen! Ich warte auf Deine Terminvorschläge. 😘
      A bientot!
      Conny

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