Crepes-Lasagne mit Spinat und Ricotta

Männer essen anders, Frauen auch…

Crepes-Lasagne mit Spinat und Ricotta

Wir sind nicht alleine!

Männer essen anders als Frauen. Ich verliere das gerne mal ein bisschen aus dem Auge, weil mein Mann und ich aufgrund unserer unterschiedlichen Arbeitszeiten nicht täglich miteinander essen. Und vielleicht auch, weil ich eh nicht der Typ Frau bin, der drei Salatblätter für eine angemessene Mahlzeit hält; allenfalls für Beilage oder Vorspeise. Ich esse gerne und ich esse auch gerne viel. Und Fleisch darf ruhig auch dabei sein. Aber halt nicht immer und auch nicht unbedingt an heißen Sommertagen. Im Zusammenhang mit der hier gezeigten Crepes-Lasagne ist zutage getreten, dass mein Mann und ich unterschiedliche Ernährungsstile bevorzugen. Leider erst im Nachhinein, weil mein Mann jemand ist, der dann doch eher still vor sich hin leidet. (Wer’s glaubt!)

Möglicherweise habe ich – ich halte das aber für sehr unwahrscheinlich – meinem Mann bei der Planung unserer gemeinsamen Mahlzeit nicht richtig zugehört. Während ich die Idee für diese Crepes-Lasagne entwickelt habe, hat er angeblich (bei mir nie angekommen) fürs Grillen plädiert. Und zwar nicht irgendwas grillen und schon gar nicht Gemüse, Fisch oder Pute, sondern: Schweinebauch. Er hatte Lust auf richtig schön fettig-deftigen Schweinebauch. Und weil ich ihm nicht richtig zugehört habe, hat er Crepes-Lasagne gekriegt.

Damit nicht genug, er musste die Crepes auch noch selbst backen. (Er kann das viel besser als ich, wenn ich mich an Crepes versuche, werden das Eierpfannkuchen.) Ich hab jetzt mal ein bisschen recherchiert und festgestellt: Wir sind nicht alleine. Ernährungssoziologen haben festgestellt, dass der Umgang mit der Ernährung geschlechter-codiert ist.

Crepes-Lasagne mit Spinat und Ricotta

“Ein Stück Fleisch auf dem Teller…”

Bei der Wahl der Nahrungsmittel zeigt sich der Unterschied der Geschlechter: Grundsätzlich scheint es so zu sein, dass Frauen sich gesundheitsbewusster ernähren, abwechslungsreicher, mit mehr Obst, Gemüse und Vollwertprodukten, während Männer Fleisch, deftiges und scharfes Essen vorziehen. Salat mit Putenstreifen versus Holzfällersteak – auch wenn Männer heute nicht mehr Schweinehälften nach Hause schleppen. Lebensmittel werden zu Zeichen, die die Bedeutung „männlich“ beziehungsweise „weiblich“ tragen. „Ein Stück Fleisch auf dem Teller bedeutet, aus dem Kampf mit der Natur als Sieger hervorgegangen zu sein“, ist so ein Satz, den man dazu im Internet findet. Fleisch steht für Macht, Stärke und Potenz. Tatsache: Männer essen unterm Strich doppelt so viel Fleisch wie Frauen.

Wie so vieles wird unser Ernährungsverhalten in der Kindheit geprägt. Während der Mann als Kind und Jugendlicher essen soll, um „groß und stark“ zu werden, wird an Mädchen schon früh die Erwartung herangetragen, figurbewusst und kontrolliert zu essen. Männer essen genussorientiert, Frauen bestenfalls gesundheitsorientiert, schlimmstenfalls figurorientiert. Natürlich macht sich das auch die Werbung zunutze. Und hat „Gender Food“ entwickelt, Lebensmittel, die speziell auf männliche oder weibliche Konsumenten ausgerichtet sind. So ist zum Beispiel Coke zero die männliche Antwort auf Cola light – man hätte sich das schon denken können, bei einer Werbung, in der sowohl Manuel Neuer als auch ein hübsches Mädel, nur mit einem Herrenhemd bekleidet, auftauchen. Auch, wenn die Differenzierung verschwimmt, weil sich immer mehr Menschen – Männer wie Frauen – vegetarisch oder vegan ernähren: Frauen erwarten von ihren Männern immer noch, dass sie ihre Reste aufessen können. Mir persönlich sind ja Frauen lieb, die gar nicht erst Reste auf dem Teller lassen. Aber was weiß ich schon, ich passe ja auch nicht in Größe 36. :)

Doch nochmal zurück zur Crepes-Lasagne. Die war wirklich lecker und wurde mit einem Wildkräutersalat serviert. Schmeckt allerdings völlig anders als Schweinebauch.

Hier steht, wie’s geht:

Für die Crepes aus 4 Eiern, einem halben Liter Milch und 200 Gramm Mehl, etwas Salz und Pfeffer einen zähflüssigen Teig herstellen und daraus in Öl zehn bis 12 Crepes ausbacken. 400 Gramm Blattspinat auftauen lassen, 200 Gramm Ricotta glattrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Crepes mit dem Ricotta bestreichen und in Schichten zusammen mit dem Blattspinat und etwa 200 Gramm geriebenem Käse zu einem „Crepes-Turm“ aufbauen, der dann bei 170 Grad für etwa 20 Minuten in den Ofen kommt.

Crepes-Lasagne mit Spinat und Ricotta

Kleine Anmerkung: Wir kochen nicht, um zu fotografieren, sondern alles, was bei uns fürs Blog fotografiert wird, landet auch auf unserem Esstisch. Ich bin beim Fotografieren also unter einem gewissen Druck. Zum einen lauert der Kater auf eine Möglichkeit, Zugriff auf das zu erlangen, was seiner Meinung da gerade verdammt gut riecht, zum anderen habe ich einen hungrigen Mann im Kreuz, der sich fragt, wann es jetzt endlich etwas zu essen gibt. (Und warum das kein Schweinebauch ist.) Manchmal ist ein warmes Essen aber nicht so besonders gut zu fotografieren – zum Beispiel, wenn so ein Crepesturm sich warm nicht besonders gut aufschneiden lässt. Das war jetzt keiner dieser Tage, an dem ich meinem Mann noch gerne erklärt hätte, warum die Crepes zunächst kalt werden müssen, ich dann den Anschnitt fotografiere und ihm dann wieder etwas davon warm mache…  Falls Ihr auch verheiratet seid, versteht Ihr mich bestimmt. ;)

Das Tortenstück, bei dem man die Schichten gut sieht, ist unser erkaltetes Reststück. Die Bilder vom warmen Anschnitt wollte ich Euch nicht zumuten. Die Crepes-Lasagne war, zusammen mit einem Wildkräutersalat ein richtig schönes Sommeressen. Und da lasse ich mich gar nicht beirren.

Eure Conny

PS: Etwa im gleichen Atemzug mit dem Wunsch nach Schweinebauch hat mein Mann übrigens den Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass er sich künftig gesünder ernähren möchte. Ja, so hab ich auch geguckt! ;)

PPS: Ich weiß nicht, ob es jemandem aufgefallen ist: Aus DER Mann ist MEIN Mann geworden. Auf ausdrücklichen Wunsch eines Einzelnen. Der Blick, mit dem ich bedacht wurde, als ich darauf hingewiesen habe, dass es auch Bloggerinnen gibt, die ihren Mann DAS MÄNNCHEN nennen, hätte mich, wenn schon nicht töten, so doch schwer verletzen können…

 

2 Gedanken zu „Männer essen anders, Frauen auch…“

  1. Lieber Legolas, mußte eben wieder einmal feststellen, ich hätte ein Mann werden sollen. Also zukünftig doch Danny de Vito – kommt ja auch größenmäßig gut hin. War heute im Baumarkt und habe Grundierung für die Wand und Farbe besorgt, nicht ohne vorher sehnsuchtsvoll den Webergrill zu beäugen, den ich am liebsten gleich mitgenommen hätte….Für mich also bitte auch den Schweinebauch! Grüße an Deinen Mann. LG Fügu

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