Ein bisschen indisch, ein bisschen britisch: Mullygatawny

Ein bisschen indisch, ein bisschen britisch: Mulligatawny

Ihr Lieben,

meine mexikanischen Gerichte hatten einen deutlichen Spanisch-Einschlag – und mein erstes indisches Gericht für die kulinarische Weltreise mit Volker mampft ist auch “nicht so richtig” indisch.

“Die Mulligatawny  ist eine scharfe Curry-Suppe, die spätestens seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein fester Teil der britischen Küche ist. Sie basiert auf einem indischen Rezept für eine Sauce” – sagt Wikipedia. Während des Studiums  – könnte schon ein paar Jährchen her sein – hatte ich einen Gastro-Job, bei dem mich ein Koch mit diesem leckeren Süppchen vertraut gemacht hat.

Die kulinarische Weltreise macht Halt in Indien

Danach habe ich die eine ganze Weile andauernd gekocht. Aber wie das oft so ist: Rezepte kommen, Rezepte gehen, dafür kommen dann wieder neue – und an die alten denkt man nicht mehr.  Im Oktober reist die Foodblogger-Crew  im Rahmen ihrer kulinarischen Weltreise von Mexiko aus weiter nach Indien. Und das hat mich auf die Idee gebracht, meine Freundschaft mit der Mulligatawny aufzuwärmen.

Ein bisschen indisch, ein bisschen britisch: Mulligatawny

Ein bisschen indisch, ein bisschen britisch: Mulligatawny

Für die Briten war es während der Kolonialzeit ein bewährtes Vorgehen, lokale Gerichte in den Speiseplan der britischen Verwaltung einzubeziehen – als vertrauensbildende Maßnahme den Einheimischen gegenüber. Zur gleichen Zeit setzte die britische Oberschicht daheim in Großbritannien  regelmäßig koloniale Gerichte auf ihren Speiseplan, um sich von den Essgewohnheiten der Masse abzuheben.

Bemerkenswert: Auch wenn die Mulligatawny im Ursprung kein indisches Rezept ist, hat sie es über den Umweg über Großbritannien ungefähr seit Mitte des 20. Jahrhunderts dennoch auf die indischen Speisekarten geschafft.

Mulligatawny

Scharfes Curry-Süppchen mit britisch-indischen Wurzeln

Gericht Suppe
Länder & Regionen Großbritannien, Indien
Keyword Mulligatawny
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 50 Minuten
Arbeitszeit 1 Stunde
Portionen 4 Personen

Zutaten

  • 1 Gemüsezwiebel
  • 1 Karotte
  • 250 Gramm Knollensellerie
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Stück Ingwer daumengroß
  • 1 Stück rote Chilischote
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 2 TL Currypulver
  • 2 TL Garam Masala
  • 1 Apfel
  • 1 Mango
  • 1 EL Mehl
  • 1 Liter Hühnerbrühe
  • 750 Gramm Hähnchenbrustfilet
  • 250 Milliliter Kokosmilch
  • 1 Limette
  • Salz, Cayennepfeffer
  • 150 Gramm rote Linsen
  • 150 Milliliter Schlagsahne eventuell
  • 1/2 Bund Koriander
  • 2 Bananen

Anleitungen

  1. Zwiebel, Sellerie und Karotte fein würfeln. Knoblauch schälen und pressen, Ingwer schälen und klein hacken, Chili putzen und klein hacken.

  2. Das Öl in einem Topf erhitzen. Alle klein gehackten Zutaten darin glasig dünsten. Currypulver und Garam Masala dazu geben und mit andünsten.

  3. Den Apfel schälen, entkernen und in dünne Scheiben schneiden. Die Mango schälen und grob würfeln. Beides zum Gemüse in den Topf geben, unterheben und mit dem Mehl bestäuben. Mit der Brühe ablöschen, aufkochen lassen.

  4. Die Hähnchenbrust waschen und trocken tupfen. Für 20 Minuten mit in die Suppe geben und darin gar ziehen lassen. 

  5. Die roten Linsen in kochendem Salzwasser in 6 bis 8 Minuten garen. In ein Sieb geben und kalt abbrausen.

  6. Die Hähnchenbrust aus der Suppe nehmen und abkühlen lassen. Die Suppe ohne das Fleisch weitere 30 Minuten köcheln lassen. Anschließend pürieren.

  7. Die Kokosmilch und den Saft einer Limette in die Suppe geben. Mit Salz, Cayennepfeffer, Curry und Garam Masala abschmecken.

  8. Die Hähnchenbrust grob mit den Fingern zerpflücken. Zusammen mit den Linsen in der Suppe erwärmen. Je nach Geschmack mit flüssiger Sahne verfeinern. 

  9. Bananen in Scheiben schneiden und auf die Suppentassen verteilen. Mit der heißen Suppe auffüllen. Korianderblätter abzupfen und kurz vor dem Servieren über die Suppe streuen.

Ein bisschen indisch, ein bisschen britisch: Mulligatawny

Ein bisschen indisch, ein bisschen britisch: Mulligatawny

Vielleicht habt Ihr ja Lust, die Mulligatawny nachzukochen. Glaubt mir, das lohnt sich. Und im Herbst macht man mit einem schönen warmen Süppchen sowieso alles richtig. Auch, aber nicht nur, wenn eine Erkältung im Anflug ist.

Herzlichst, Conny

PS: Am Monatsende verlinke ich Euch hier wieder die Rezepte meiner Mitreisenden. Also: Unbedingt nochmal vorbeischauen!

Ein bisschen indisch, ein bisschen britisch: Mulligatawny

4 Gedanken zu „Ein bisschen indisch, ein bisschen britisch: Mulligatawny“

    1. Liebe Ulrike,
      stimmt ja! Daran habe ich gar nicht gedacht, dass da auch Mulligatawny serviert wird… Dann wäre die Suppe ja auch was für Silvester!
      Herzlichst, Conny

  1. Liebe Conny,

    Deine Bilder sind schon mal ein absoluter Augenschmaus, der mir „Ungefrühstückten“ sofort das Wasser in den Mund treibt.

    Ich kenne und liebe die Mulligatawny bisher nur aus der Dose *schäm*, aber mit Deinem tollen Rezept kann ich sie ja nur noch selber machen!

    Vielen Dank und in diesem Sinne: „I think we will have sherry with the soup.“ oder so ähnlich.

    Liebe Grüße

    Britta

    1. Liebe Britta,

      dankeschön, wie lieb von Dir! Es wäre mir eine große Ehre, wenn Du von der Dose auf mein Rezept umsteigen würdest! Und dann: same procedure as every year, James! Sherry!

      Herzlichst, Conny

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