La Miche - Landbrot auf französische Art - Mein wunderbares Chaos

La Miche – Landbrot auf französische Art

Ihr Lieben,

kennt Ihr das: Es läuft gerade supergut für Euch und Ihr lasst Euch möglicherweise dazu hinreißen zu glauben, dass Euch einfach ALLES gelingen kann?

Grundsätzlich finde ich positives Denken richtig gut, es sollte nur nicht zu Überheblichkeit führen. Bei mir scheint dieser Grat sehr schmal zu sein. 😉 Zum Glück gab es am Wochenende wieder  Synchronbacken mit Zorra von 1 x umrühren bitte aka Kochtopf und Sandra von From Snuggs Kitchen und ganz vielen anderen Mit-Bäckerinnen und -Bäckern und einem Rezept für La Miche – Landbrot auf französische Art, das mich mal ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt hat.

Ich hab’s nämlich komplett verkackt, musste schummeln und das Brot am Ende ein zweites Mal backen. So endete mein Synchronback-Wochenende mit heißem Brot so gegen 22 Uhr am Sonntagabend und der Erkenntnis, dass La Miche und ich wohl keine Bestis werden…

Landbrot auf französische Art - Mein wunderbares Chaos

Und das kam so: La Miche sagte mir erst mal gar nichts und als Zorra und Sandra bekannt gegeben haben, was diesen Monat auf dem Synchronbackplan steht, habe ich zunächst gegoogelt und dabei erfahren: La Miche ist ein französisches Landbrot mit hoher Teigausbeute, das frei geschoben wird.

Gut, es stand auch noch dabei, dass das freie Schieben dieses Brotes schon eher hohe Schule ist, aber – siehe oben – in einer Art Backwahn dachte ich: kann ich, mach ich. Obwohl – und daher kann ich da niemandem außer mir selbst einen Vorwurf machen – in Zorras Rezept sehr deutlich drin stand, dass die Miche im Topf gebacken werden soll.

Landbrot auf französische Art - Mein wunderbares Chaos

Wer am Sonntag meine Insta-Story gesehen hat, der weiß bereits, dass der Teig super zickig war. Bevor ich das Video auf Instagram hochgeladen habe, musste ich erst mal den Ton entfernen. Aus Gründen. Der Teig  ist eine ordentlich klebrige Masse, die erst durchs Dehnen und Falten ein wenig an Stabilität gewinnt. Am Ende war es allerdings deutlich zu wenig Stabilität für die Art und Weise, wie ich ihn backen wollte.

Hier ein Video von Plötzblog, das zeigt, wie das mit dem Dehnen und Falten von weichem Brotteig funktioniert.

Ich habe noch ein bisschen Zeit auf ein Mehlmuster verschwendet und das hätte wirklich sehr schön werden können – wenn das Brot nicht völlig flach gelaufen wäre. (Trotz vorgeheiztem Stein und Schüttung). Ich mach’s kurz: Das Ergebnis war ein Desaster und ich hätte es Euch hier auf gar keinen Fall zeigen wollen.

Also hab ich einfach noch mal von vorne angefangen, die nächtliche Teigruhe auf zwei Stunden verkürzt und das zweite Brot dann demütig im Topf gebacken. Bisschen stur war ich immer noch und hab’s mit Mehlmuster und einschneiden probiert – was man bei einem Topfbrot eigentlich nicht macht. Hat auch nur so semi funktioniert. Wenn man weiß, dass ein Muster da sein soll, findet man eine Andeutung davon. Vielleicht.

Landbrot auf französische Art - Mein wunderbares Chaos

La deuxième Miche – das Zweitbrot – ist auch gar nicht mal so übel geworden. Allerdings hat die Backzeit für mich nicht funktioniert. Ich hatte es 10 Minuten länger im Ofen – und rückblickend muss ich sagen, weitere 5 Minuten wären super gewesen. Mein Rezept unten habe ich bereits entsprechend korrigiert.

Ich lasse Euch das Rezept selbstverständlich da, allerdings nicht ohne den Hinweis, dass ich die Miche wohl nie wieder backen werde. Durch das permanente Dehnen und Falten ist es sehr zeitaufwändig – und das Ergebnis ist zwar in Ordnung, rechtfertigt aber meiner Meinung nach diesen hohen Aufwand nicht. Da hab ich an meinen Standard-Brotrezepten, die Ihr hier findet, mehr Freude.

Landbrot auf französische Art - Mein wunderbares Chaos

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La Miche - französisches Landbrot

Zutaten

Für den Vorteig

  • 115 Gramm lauwarmes Wasser
  • 35 Gramm aktiver Sauerteig
  • 200 Gramm Weizenmehl Type 1050
  • 4 Gramm Salz

Der Hauptteig

  • Vorteig
  • 400 Gramm Wasser
  • 260 Gramm Weizenmehl Type 1050
  • 130 Gramm Weizenvollkornmehl
  • 65 Gramm Dinkelvollkornmehl
  • 9 Gramm Salz
  • 3 Gramm Frischhefe

Anleitungen

  1. Alle Zutaten für den Vorteig in eine Schüssel geben, gut vermischen und über Nacht bei einer Raumtemperatur um 20 Grad gehen lassen.

  2. Am nächsten Tag den relativ festen Vorteig und das Wasser in eine große Schüssel geben und den Vorteig darin auflösen. Mit einem Holzlöffel verrühren.

  3. Die restlichen Zutaten zugeben und mit dem Stiel des Holzkochlöffels vermischen, bis der Teig grob zusammen kommt. Den Teig auf die Arbeitsfläche geben und von Hand kneten. Kein weiteres Mehl zugeben!

  4. Jetzt kommen drei Stunden Dehnen und Falten und zwar nach 15 Minuten, nach 30 Minuten, nach 45, 60 und nach 120 Minuten. Nach dem letzten Falten darf der Teig noch eine Stunde ruhen. Der Teig sollte nach jedem Falten stabiler werden.

  5. Den Teig zu einem runden Laib formen und nach einmal 15 Minuten ruhen lassen.

  6. Dann den Teig zu einer glatten Kugel formen und für 60 Minuten in ein Gärkörbchen oder in eine mit einem Tuch ausgelegte Schüssel geben.

  7. 20 bis 30 Minuten vor dem Backen einen gusseisernen Topf mit Deckel oder eine andere ofenfeste Form mit Deckel im Ofen auf 230 Grad aufheizen.

  8. Den Laib in den heißen Topf plumpsen lassen. Den Topf verschließen und eine knappe Stunde backen. Nach 40 Minuten den Deckel entfernen.

  9. Das Brot aus dem Topf nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

Eigentlich sollte die Miche mit frisch gemahlenem Mehl gebacken werden, aber ich bin leider nicht im Besitz einer Mühle. Schaut – nicht nur aus diesem Grund, aber auch – daher unbedingt mal bei den anderen Synchronbäckerinnen und -bäckern vorbei! Was ich am Sonntag bei Instagram gesehen habe, sah schon mal richtig, richtig gut aus.

Mit dabei waren:

Zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf
Sandra von From Snuggs Kitchen
Julia von Kamau
Caroline von Linal’s Backhimmel
Simone von Zimtkringel
Christina von The Apricot Lady
Nora von Sisters Bakery And Kitchen
Dagmar von Dagmar’s Brotecke
Birgit von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Birgit von Backen mit Leidenschaft
Katrin von Summsis Hobbyküche
Volker von Volker mampft
Lisa von Chiliblüten
Steffi von Dulcipessa
Simone von Aus der Lameng
Manuela von Mrs. Flax
Britta von Brittas Kochbuch

Auch wenn La Miche jetzt nicht so hundertprozentig “mon amie” geworden ist, wenn ich Zeit habe, bin ich beim nächsten Synchronbacken wieder dabei. Es macht mich so wunderbar demütig. 🙂

Herzlichst, Conny

PS: Ein herzliches Merci beaucoup geht an Zorra und Sandra fürs Organisieren! <3

14 Gedanken zu „La Miche – Landbrot auf französische Art“

  1. Respekt, dass du dich nach dem ersten missglückten Versuch, noch an einen zweiten Versuch gewagt hast. Ich glaube, da hätte ich gestreikt. Aber der zweite Versuch ist doch toll geworden. Und ich kann dich beruhigen, la Miche und ich werden auch keine Freunde , du bist also nicht alleine 😉

  2. Hut ab, Applaus und Hochachtung! Bei mir wäre mit ziemlicher Sicherheit ein Flugbrot daraus geworden…oder ich hätte dreist behauptet, dass das so gehört. Das ist eh eine meiner liebsten Strategien. Oft gehörter Monolog in meiner Küche: Wassn? Das soll so!
    In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal!
    Gruß
    Simone

    1. Liebe Simone,

      glaub mir, das Flachbrot war durch nichts mehr schön zu reden. Aber, wo Du von Flugbrot sprichst, die Ähnlichkeit mit einer Frisbeescheibe war schon frappierend… 😉 Leider habe ich es in die Tonne getreten, ohne seine Flugeigenschaften zu testen…

      Hoffentlich bis zum nächsten Synchronbacken!

      Herzlichst, Conny

  3. La Miche, das Biest!

    Naja, Du hast ja meinen Bericht gelesen.
    Bei mir stand es zum Schluss so 70:30 für das Biest, aber einzeln in Scheiben geröstet wurde es zumindest knusprig und genießbar.

    Deine Deuxième sieht sehr schön aus.

    LG Britta

    1. Aber echt, liebe Britta!

      Diese Miche hatte es in sich. Ich finde, Du hast das Problem mithilfe der Pfanne souverän gelöst. Mein Mann würde jetzt sagen: Nur solche Köche sind beschissen, die sich nicht zu helfen wissen. Und das gilt ganz gewiss auch für Bäckerinnen! 😉

      Herzlichst, Conny

  4. Ein zweites Mal die Sache anzugehen und dann noch mit verkürzter Zeit ist schon TOP….glaube ich hätte es nicht gemacht, wobei der Ehrgeiz manchmal siegt.
    Deshalb habe ich beide Varianten probiert….:-) nein, natürlich nicht, wollte einfach beide ausprobieren.
    Aber ich kann dich verstehen, denn mein frei geschobenes ist auch sehr auseinander gelaufen, hat gerade noch die Kurve bekommen damit es auf den Blog durfte…
    Es gibt eben Rezepte die probiert man nur 1 x aus, aber vielleicht packt es dich ja doch noch einmal.

    Lieben Gruß
    Dagmar

    1. Liebe Dagmar,

      das glaube ich jetzt eher weniger. Dazu war’s mit zu viel Gefluche verbunden. Ich glaube auch, dass mein Mann sich dagegen aussprechen würde. Ich war am Sonntag – wie soll ich sagen – sozial nicht besonders kompatibel (=saumäßig abgenervt.) 😉

      Herzlichst, Conny

      1. autsch, da bleibt nur ein Ausweg, entweder nie wieder oder wenn dein Mann nicht da ist….
        Gibt noch viele andere schöne Brotrezepte….
        Wünsche euch ein schönes Wochenende

        Lieben Gruß
        Dagmar

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