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Bärlauch – Wilder Knoblauch satt

Die ganze vergangene Woche schien mir die Sonne auf den Bildschirm. Wunderbares Frühlingswetter und ich konnte mich gar nicht entscheiden, was ich am Wochenende zuerst machen will: Cabrio putzen oder Eisdiele, Terrasse aufräumen oder mit dem Rad zum See? Der Frühling mit all seinen Möglichkeiten, nach dem langen Winter hat er mich fast ein bisschen überwältigt. Was auf jeden Fall auf der Wochenend-Liste stand: Bärlauch sammeln. Höchste Zeit für wilden Knoblauch satt.

Es kam wie es kommen musste. Pünktlich zum Wochenende Dauerregen. Zum Glück gibt’s Gummistiefel.. Also: Auf zum geheimsten aller geheimen Bärlauchplätze und ordentlich was gesammelt!

Achtung, es folgen Belehrungen!

  • Blätter nicht abreißen (meist hängt dann die Wurzel mit dran), sondern mit einem Messer abschneiden
  • Mindestens ein Drittel der Pflanze stehen lassen, damit sie überlebt.
  • Es wird immer wieder davor gewarnt, dass man die Blätter des Bärlauchs leicht mit denen des Maiglöckchens verwechselt. Ich halte das für Quatsch. Die Blätter des Bärlauchs sind viel biegsamer, die des Maiglöckchens eher wachsartig und fest. Außerdem findet man zur Zeit noch gar keine Maiglöckchen im Wald. Und – last not least – Bärlauch verströmt den typischen Geruch wilden Knoblauchs. Eigentlich unverwechselbar.

So. Klugscheißer-Modus aus. Was tun also mit einer Tüte voller Bärlauch? Zunächst einmal habe ich eine Bärlauch-Tarte gemacht, dann noch Bärlauch-Schupfnudeln, mein Mann, der seit ein paar Wochen in die Welt des Wurstmachens eingetaucht ist, möchte Bärlauch-Bratwurst machen. Auf die freue ich mich extremst. Bärlauch-Suppe geht doch eigentlich auch immer. Und Bärlauchbutter würde ich auch mal gerne wieder machen…

Die Rezepte für Bärlauchsalz, Bärlauchknödel und Bärlauch-Zupfbrot habe ich im vergangenen Jahr hier verbloggt. Und die Rezepte für Bärlauchpesto, -paste, Bärlauch-Spargel-Risotto und einen Bärlauch-Schafskäse-Brotaufstrich findet Ihr hier.

Bärlauch - Wilder Knoblauch satt, Rezepte gibt's auf Mein wunderbares Chaos

Bärlauch-Tarte

Und das braucht man für eine Springform mit 28cm Durchmesser

Für den Teig:

200 Gramm Mehl
100 Gramm Magerquark
100 Gramm Butter (Zimmertemperatur)

Für die Füllung:

100 Gramm Bärlauch
2 Becher Schwand oder saure Sahne
200 Gramm Schafskäse
2 oder 3 Eier (je nach Größe)
125 Gramm Schinkenwürfel
2 Zwiebeln
(wenig) Salz und Pfeffer
geriebener Käse zum Überbacken

Bärlauch - Wilder Knoblauch satt; Rezept auf Mein wunderbares Chaos

Und so wird die herzhafte Tarte gemacht:

Zimmerwarme Butter mit Quark und Mehl in der Maschine verkneten, dann rasch mit den Händen Weiterkneten, bis sich der Teig zur Kugel formen lässt und nicht mehr an den Fingern klebt. Anschließend kann man den Teig natürlich zwischen Klarsichtfolie ausrollen, ich ziehe es vor, ihn in die eingeölte Form zu drücken. Dazu nehme ich etwa ein Viertel des Teiges für den Rand weg und drücke den Rest so lange mit den Fingern flach auf den Boden der Form bis der komplette Boden von Teig bedeckt ist. Für den Rand forme ich mir aus dem zur Seite gelegten Teig Rollen, die ich nach und nach gegen den Rand drücke. Mit den Finger lässt sich am besten die Verbindung zwischen Boden und Rand herstellen. So super gleichmäßig muss das bei mir nicht sein, ist ja schließlich handgemacht.

Die Zwiebel in Würfel schneiden und mit den Schinkenwürfeln in eine Pfanne geben. Wenn die Zwiebeln glasig sind, vom Feuer nehmen und abkühlen lassen. Den Bärlauch gründlich waschen. Grob schneiden reicht. Den Schafskäse würfeln. Alle Zutaten für die Füllung in einer Schüssel zusammen rühren. Vorsicht mit dem Salz: Die Schinkenwürfel bringen schon was mit und, wenn der Schafskäse aus der Salzlake kommt, dann der auch. Die Füllung auf den Teig geben. Käse nach Geschmack obendrauf geben. Dann wandert die Tarte für 40 Minuten bei 180 Grad in den Ofen. Bon Appetit!

Bärlauch - Wilder Knoblauch satt. Leckere Rezepte gibt's auf Mein wunderbares Chaos

So, die Tage verblogge ich noch das Rezept für die Bärlauchschupfnudeln. Dazu gab’s geschmorte Kalbsbäckchen. Sehr lecker. Was macht Ihr mit Bärlauch? Was ist Euer liebstes Rezept? Oder lasst Ihr den Bärlauch aus und wartet lieber auf Spargel? Ich freu mich auf Eure Kommentare und Anregungen. Lasst von Euch hören!

Herzlichst, Eure Conny

PS: Die Autokorrektur (die ich sehr gerne ausschalten würde, wenn ich wüsste, wie) verändert mir hier ständig Bärlauch in Barlach und ich frage mich jetzt ernsthaft: Wer oder was ist Barlach? Ich google das gleich mal.

Darf’s ein bisschen mehr Bärlauch sein?

Bärlauchsalz selbst gemacht

Zum Glück habe ich einen Mann, der sich über alle Mahlzeiten freut, die er vorgesetzt bekommt. Und einfach nur froh ist, nicht selber kochen zu müssen. Ich hatte dieser Tage schon einen Bärlauch-Koller befürchtet. Aber noch scheint’s für ihn ganz okay zu sein…

Ich wollte hier noch schnell die Ergebnisse in Sachen Bärlauchsalz festhalten: Ich hab 100 Gramm Salz mit etwa 150 Gramm Bärlauch püriert und dann in einer Schüssel mit dem Kochlöffel unter weitere 900 Gramm Salz gemischt – bis das Salz eine gleichmäßig grüne Farbe hat. Dann hab ich ein Blech mit Küchenkrepp ausgelegt und das Salz zum Trocknen darauf ausgebreitet.

Bärlauchsalz selber machen

Also: Acht Stunden zum Trocknen reichen nicht aus. Vielleicht wenn die Sonne stark draufscheint, aber das war dieser Tage hier eher nicht zu haben. Mein Salz hat also insgesamt drei Tage Trocknungszeit gebraucht.  Vorher hab ich immer noch feuchte Stellen gefunden – und ich schätze mal, dass das die Lagerfähigkeiten des Salzes sehr negativ beeinflussen würde. Am Ende habe ich es noch durch ein Haarsieb gestrichen und in Schraubgläser gefüllt. Eignet sich bestimmt auch gut als Mitbringsel zu einer Essenseinladung.

Sehr begeistert bin ich auch von Bärlauchknödeln. Ich hab sie gemacht, wie ich sonst meine Spinatknödel mache – nur dass ich den Gorgonzola weg gelassen habe. Der Bärlauch ist so intensiv, da braucht’s nicht auch noch dominant schmeckenden Käse an den Knödeln.

Bärlauchknödel

Und hier ist das Rezept:

  • 200 Gramm trockenes Weißbrot
  • 200 Milliliter Milch
  • 100 Gramm Bärlauch
  • 1 Zwiebel
  • 2 Eier
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Weißbrot in Würfel schneiden, in eine Schüssel geben und mit lauwarmer Milch übergießen. 30 Minuten warten, bis das Brot die Flüssigkeit aufgesaugt hat. Gerne mit den Händen durchkneten. Zwiebel in Würfel schneiden und glasig dünsten und mit dem in Streifen geschnittenen Bärlauch zur Brötchenmasse geben. Eier und Gewürze unterkneten. Falls die Masse noch zu klebrig ist, eventuell mit Semmelbröseln oder Mehl Abhilfe schaffen.

Mit feuchten Händen Knödel abdrehen und im siedenden Salzwasser (großer Topf!) 10 bis 12 Minuten garziehen lassen. Ich hab uns Champignons à la crème dazu gemacht, aber mit ein bisschen Butter (Nussbutter vielleicht?) wär’s auch sehr okay gewesen.

Bärlauchknödel mit Champignons à la creme

Und dann habe ich mich noch an einem Zupfbrot mit Bärlauch versucht. Ich hab bislang nur süße Zupfbrote gemacht, aber das hier erscheint mir auch für eine Party oder einen Grillabend eine sehr gute Idee zu sein. Hier kommt das Rezept:

  • 500 Gramm Dinkelmehl
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • Prise Zucker
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 4 Esslöffel Olivenöl
  • 325 Milliliter lauwarmes Wasser
  • 1 Esslöffel Butter
  • 100 Gramm Reibekäse
  • 100 Gramm Bärlauch

Hefeteig

Aus Mehl, Salz, Zucker, Hefe, Wasser und Olivenöl einen Hefeteig herstellen und auf die doppelte Größe gehen lassen (30 bis 45 Minuten). Etwa  in der Größe 30 x 40 Zentimeter ausrollen, die Butter zerlaufen lassen und den Teig mit der flüssigen Butter bepinseln. Bärlauch und Käse darauf verteilen.

Den Teig in drei etwa zehn Zentimeter breite Streifen schneiden und im Zickzack falten. In eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform geben. Das Stapeln geht am einfachsten, wenn man die Kastenform auf die schmale Seite stellt. Keine Angst, das muss nicht allzu perfekt sein. Am Ende, alles, was an Käse und Bärlauch nebendran gefallen ist, noch mit in die Form geben und das Brot noch einmal 20 Minuten gehen lassen. Dann bei 180 Grad 40 Minuten lang backen. Vorm Stürzen etwas auskühlen lassen.

Bärlauch-Zupfbrot

Immer wieder sonntags

Immer wieder sonntags - der Wochen-Rückblick

Meine Woche hätte gar nicht besser starten können. Als ich vom Osterurlaub bei meinen Eltern zurückkam wartete auf dem Briefkasten bereits ein Willkommen-zurück-Ostergeschenk von meiner Freundin Andrea auf mich. Es hat ein Weilchen gedauert, bis ich dem als Tulpe getarnten Gewürzstreuer seine Funktion abgetrotzt habe, aber Andrea hatte mir ja schon den entscheidenden Tipp gegeben: Staubsauger parat halten. 🙂

Ansonsten war die Woche sehr geprägt von Bärlauch: Ich war an meinem streng geheimen Bärlauch-Sammelplatz – und hab natürlich viel zu viel davon mit nach Hause genommen. Meine restliche Freizeit war ich dann damit beschäftigt, den Bärlauch-Berg abzutragen. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass ich aus jeder Pore Bärlauch atme.

Ich bin daher froh – auch im Namen der anderen Kinobesucher, dass wir am Donnerstag die Kinoreihe für uns hatten. Ich hab mir mit meinem Mann „Eddie, the Eagle“ angeschaut. Der Film wirft die Frage auf, ob wirklich nur die Talentiertesten und Begabtesten ein Anrecht darauf haben, sich ihre Träume zu erfüllen. Ich gebe zu, ich hab den einzigen britischen Skispringer aus den Achtzigern als Lachnummer in Erinnerung. Der Film zeigt ihn als Underdog von großer Beharrlichkeit. War der Kerl irre? Mit Sicherheit. Aber ich mit meiner Höhenangst halte absolut jeden für irre, der freiwillig eine Skischanze hinunter jagt.

Am Samstag war das Dorfkind in der richtig großen Stadt. Ich habe mich von einer sehr einladend gestalteten Einladung bei Facebook zu einem Ladies Street Market in den Garten des Prinz Max Palais locken lassen. Und dann habe ich auch noch meine Lieblingskollegin überredet, mich zu begleiten. Mensch, es tut mir echt Leid!

Die „hochwertige Vintage-Mode“ trug die Etiketten von H&M und Primark, die „upgestylte Secondhandware“ kam ausgerechnet aus einem Laden hier aus meiner unmittelbaren Nachbarschaft und die „jungen Kreativen“ waren spärlich an der Zahl. Insgesamt eine Enttäuschung, für die wir auch noch zwei Euro Eintritt – okay ein Wertbon für Verzehr – gezahlt haben. Auf dem zeitgleich stattfindenden Flohmarkt hinter der Postgalerie hatten wir mehr Spaß.

Die Quintessenz: Ich darf nicht mehr so leichtgläubig sein. Nur weil sich etwas gut liest, muss es noch lange nicht gut sein. Und  – auch hier bin ich wohl zu leichtgläubig – nur weil jemand im Internet ein Auto anbietet, muss es noch lange nicht wirklich zum Verkauf stehen. Leider erweist es sich als gar nicht so leicht, einen Gebrauchtwagen zu finden, wenn man mit relativ konkreten Vorstellungen an die Sache herangeht.

Mein anfänglicher Optimismus wurde sehr gedämpft, nachdem sich bei den ersten drei Versuchen, die sich eben auch so vielversprechend gelesen haben, herausstellte: Autos längst verkauft, aber niemand macht sich die Mühe, das Angebot aus dem Internet zu nehmen. Ist es das, was die Leute meinen, wenn sie sagen „das Internet vergisst nichts“? Dabei sah ich mich doch schon im orangenen Beetle Cabrio durch die Gegend cruisen. Zumindest der Frühling ist jetzt da, hab ich beschlossen. Und die Heizung abgedreht. Manchmal muss man das Glück auch ein bisschen zwingen.

In diesem Sinne: Chaotische Sonntagsgrüße

Conny