Powidl-Tascherln - Mein wunderbares Chaos

Ich esse mich nach Tschechien – mit Powidl-Tascherln

Ihr Lieben,

die kullinarische Weltreise um Volker von Volker mampft führt uns im März nach Tschechien. Mein Prag-Aufenthalt vor vielen Jahren hat kulinarisch nicht besonders nachgewirkt. Mir fallen als allererstes böhmische Knödel ein – und die mag ich – im Vergleich zu dem, was es an Knödeln hierzulande gibt, gar nicht so besonders. Ganz anders sieht es bei den böhmischen Süßspeisen aus. Wer kann zu denen schon “Nein” sagen?

Böhmische Powidl-Tascherln

Also habe ich Powidl Tascherln gemacht. Klingt jetzt eher österreichisch, wird aber so auch in Böhmen aufgetischt. Und Powidl heißt im Chaosheim zwar Latwerge, ist aber auf jeden Fall noch in ausreichender Menge vorhanden (Hatte ich unseren immensen Marmeladenvorrat schon mal angesprochen? Ich glaube, ja. ;))

Powidl-Tascherln - Mein wunderbares Chaos

Powidl-Tascherln - Mein wunderbares Chaos

Wie Latwerge gemacht wird, habe ich hier schon mal für Euch notiert. Die nächste Zwetschgenzeit kommt bestimmt! Für die Powidl-Tascherln kommt das Mus in einen Kartoffelteig. Per se sind die Tascherln gar nicht mal so süß, das erledigen die Füllung und der Puderzucker, mit dem sie bestäubt werden. Außerdem werden sie in einer Schmelze aus Butter, Paniermehl und Mandelblättchen gewälzt. Hach, I like.

Der Backofen macht Pause

Ich hab die Powidl-Tascherln jetzt mal in die Kategorie “Das Chaos backt” eingeordnet, aber so ganz richtig ist das nicht. Gebacken wird hier nämlich nichts. Die Tascherln werden in Salzwasser gar gezogen und wandern dann zur Schmelze in die Pfanne. Der Backofen darf also Pause machen.

Powidl-Tascherln - Mein wunderbares Chaos

Powidl-Tascherln - Mein wunderbares Chaos

Powidl-Tascherln

Vorbereitungszeit 30 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Abkühlzeit 30 Minuten
Arbeitszeit 1 Stunde
Portionen 16 Stück

Zutaten

Für den Kartoffelteig

  • 500 Gramm Kartoffeln vorwiegend festkochend
  • Salz
  • 1 EL Butter
  • 125-150 Gramm Mehl
  • 30 Gramm Hartweizengrieß
  • 1 Ei

Für die Schmelze

  • 100 Gramm Butter
  • 6 EL Paniermehl
  • 2-3 EL Mandelblättchen
  • 1 EL Vanillezucker

Für die Füllung

  • 200 Gramm Zwetschgenmus
  • 1 EL Rum
  • etwas Öl
  • Puderzucker zum Bestäuben

Anleitungen

  1. Kartoffeln in zirka 20 Minuten in Salzwasser gar kochen, schälen und noch heißt durch eine Kartoffelpresse drücken. Auskühlen lassen.

  2. 1 EL Butter schmelzen lassen. Die Butter zusammen mit 125 Gramm Mehl, dem Grieß und dem Ei zu einem glatten Teig verkneten. Wenn der Teig zu sehr klebt, noch etwas mehr Mehl zugeben. Nicht zu viel, sonst hält der Teig später nicht.

  3. Den Teig auf wenig Mehl zirka 3 Millimiter dick ausrollen. Zirka 16 Kreise in einer Größe von ungefähr 9 Zentimetern ausstechen. Das funktioniert sehr gut mit einem in Mehl getauchten Glas.

  4. Das Zwetschgenmus mit dem Rum glatt rühren. Etwa einen TL Mus in die Mitte jedes Teigkreises geben. Umklappen und die Ränder fest zusammendrücken.

  5. Salzwasser zum Kochen bringen und die Taschen portionsweise zirka 6 bis 8 Minuten gar ziehen lassen. Das funktioniert am besten, wenn man das Wasser nicht sprudelnd weiter kochen lässt. Die Taschen sind fertig, wenn sie oben schwimmen.

  6. Mit dem Schaumlöffel herausheben, kurz abtropfen lassen und auf einen geölten flachen Teller geben. Mit den restlichen Tascherln ebenso verfahren.

  7. 100 Gramm Butter zerlassen, das Paniermehl und die Mandeln darin goldgelb  rösten. Venillezucker dazu geben und die Powidl-Taschen in der Schmelze wenden. Mit Puderzucker bestäubt servieren. Lecker!

Die Powidl-Tascherln heißen auch Powidldatschgerl oder povidlové taštičky. Wusstet Ihr, dass das Wort “Powidl” aus dem Tschechischen kommt? Ich muss zugeben, dass ich diese Vokabel bis zum letzten Herbst überhaupt nicht kannte. Erst seit auf Instagram eine Österreicherin fragte, ob mein Latwerge dasselbe sei wie Powidl und ich dazu Google bemüht habe, weiß ich, dass beides ein Synonym für Zwetschgenmus ist.

Mal eben schnell gemacht, sind sie zwar nicht, die Datschgerln, aber es lohnt sich, ein kleines bisschen Zeit zu investieren. Vertraut mir da einfach! ;)

Unterschrift - Mein wunderbares Chaos

PS: Und hier die Beiträge meiner Mitreisenden. Freut Euch auf noch viel mehr Tschechien!

Böhmische Kolatschen mit Mohnfüllung von Küchenmomente

Böhmerwald-Liwanzen mit Heidelbeerschmand von Chili und Ciabatta

Rindergulasch – köstliches Gulasch Rezept mit Bier von Brotwein

Kartoffelnudeln mit Schmorschalotten und gebratenen Pilzen von magentratzerl

Böhmische Sauerkrautplätzchen und Griebenplätzchen von Chili und Ciabatta

Böhmische Knödel – Serviettenknödel Rezept von Brotwein

Eingelegter Hermelin – Nakládaný Hermelín  von Chili und Ciabatta

Medovnik – tschechischer Honigkuchen  von Savory Lens

Kotlety v pivní omáčce – Koteletts in Biersauce von Brittas Kochbuch

Kulajda mit pochiertem Ei und Dill von Zimkringel

Hühnerherzen und Pfifferlinge in Rahmsauce mit böhmischen Hefeknödel von Chili und Ciabatta

Hermelin Käse eingelegt – Nakladany Hermelin von Brotwein

Tschechische Buchteln  von Volker mampft

Svíčková mit böhmischen Knödeln  von magentratzerl

Tschechisches Landbrot mit Kümmel von Brotwein

Zabijačkový guláš – Tschechisches Schlachtgulasch in der Brotschüssel von Volker mampft

Tschechisches Böhmerwald Brot von Volker mampft
Powidl-Tascherln - Mein wunderbares Chaos

8 Gedanken zu „Ich esse mich nach Tschechien – mit Powidl-Tascherln“

  1. Hallo Conny,
    Powidl, Latwerge? Was es alles für Begriffe für Pflaumenmus gibt – ich staune, wie so oft. Powidl habe ich ja bei der Recherche für meine Kolatschen auch diverse Male gelesen, aber von Latwerge habe ich wirklich noch nie was gehört. Sei es drum, deine mit Powidl-Latwerge-Pflaumenmus gefüllten Tascherl sehen jedenfalls unwahrscheinlich lecker aus.
    Liebe Grüße
    Tina

    1. Liebe Tina,
      ich danke Dir. Mir haben sie auch wirklich sehr gut geschmeckt. Aber mit Latwerge schmeckt mir eigentlich eh alles… ;)
      Herzlichst, Conny

    1. Liebe Petra,
      ich mache ja Latwerge. ;) Lecker ist das Zeug auf jeden Fall. Und vielseitig einsetzbar, wobei einfach so auf frisch gebackenem Brot – fast unschlagbar.
      Herzlichst, Conny

  2. Hui, die hat meine Mutter früher immer gemacht, da habe ich gute Erinnerungen dran. Deine sehen toll aus. Dieser Kartoffelteig, der ist nicht immer mein Freund; ich warte mal einen mutigen Moment ab, dann wage ich mich dran.

    1. Liebe Susanne,
      das mit dem Kartoffelteig ist auch bei mir immer ein bisschen Glücksache.Dieses Mal hat es aber ganz gut funktioniert.;)
      Herzlichst, Conny

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.