Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos

Synchrongebacken: Aachener Poschweck

Ihr Lieben,

das Synchronbacken am Wochenende stand für mich zunächst mal unter gar keinem guten Stern. Ich habe es nämlich vergessen. Eigentlich hatte ich geplant, den Vorteig bereits am Freitag Abend zusammenzukneten und ihn dann für gaaaaanz lange Zeit einfach in den  Kühlschrank zu stellen. Am späten Samstag Morgen scrolle ich so durch Instagram – und zucke zusammen. Mist.

Eigentlich gab es schon ein paar Anzeichen dafür, dass das Thema diesen Monat nicht so meins sein könnte. Zum Beispiel konnte ich mir lange gar nicht merken, dass wir Aachener Poschweck backen wollen. Kein Wunder, denn ich hatte nicht die geringste Ahnung, was das überhaupt ist. Also habe ich es mal gedanklich unter “O” wie “Osterbrot” abgelegt.

Zum Glück bin ich daran gewöhnt, dass meine Pläne nicht so richtig aufgehen, daher bringt mich das immer nur kurz aus der Fassung. Schnell den Vorteig zusammen geknetet. Natürlich mit der Maschine, da ich erst HINTERHER gelesen habe, dass man das von Hand machen sollte. Alles wie immer beim Chaos…

Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos

Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos

Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos

Dann den Teig ins Warme gestellt, damit die Hefe gleich weiß, was von ihr erwartet wird: Aufholen war angesagt! Als der Vorteig deutlich an Volumen zugenommen hat, habe ich ihn kalt gestellt. Und intensiv gehofft, dass ich es nicht bereits jetzt vermasselt habe. Wir haben übrigens nach einem Rezept vom Plötzblog gebacken, allerdings habe ich einige Dinge am Rezept abgeändert, hauptsächlich weil ich nach der Maxime “Man nehme, was man hat” vorgegangen bin.

Zum Beispiel hatte ich noch eine Unmenge Hagelzucker, den ich eigentlich nie brauche. Also habe ich mich für Hagelzucker statt Würfelzucker entschieden – auch weil ich mir das mit dem Würfelzucker im Teig überhaupt nicht vorstellen konnte. Inzwischen habe ich es bei den anderen gesehen und weiß jetzt eher, wie’s gedacht war. Ich bereue aber nichts, denn ich hätte sonst jetzt zusätzlich zum Hagel- auch noch Würfelzucker in der Küche rumstehen.

Außerdem habe ich mich entschieden, an Stelle der Laibe im Weckglas zu backen – quasi als  Anregung für ein kleines Mitbringsel zum Osterfrühstück bei Freunden. Da ich den Original Aachener Poschweck nicht kenne, habe ich natürlich nicht die geringste Ahnung, ob dieses Osterbrot jetzt noch unter dieser Bezeichnung durchgeht.  Vielleicht fahre ich mal zur Osterzeit nach Aachen und finde es heraus; soll ja sehr schön sein dort.

Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos

Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos

Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos

Der Aachener Poschweck ist ein traditionelles Osterbrot („Paschen“ = Ostern), das seit dem späten Mittelalter bekannt ist, schreibt Lutz auf seinem Blog. Im Originalrezept war ein bisschen viel Flüssigkeit, so dass ich noch zusätzlich Mehl untergeknetet habe. In meinem Rezept habe ich die Flüssigkeitsmenge bereits reduziert.

Meine Osterbrote waren dann rechtzeitig zum Tatort am Sonntag Abend fertig… Bisschen spätes Frühstück, aber sehr sehr lecker. Mit ein bisschen Butter und selbst gemachter Marmelade – ein Gedicht. Und: Es hält superlange frisch und schmeckte auch gestern noch sehr, sehr lecker.

Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos
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Aachener Poschweck im Weckglas

Zur aufgeführten Ruhezeit kommen noch einmal 24 bis 48 Stunden Kühlschrankgare für den Vorteig.

Gericht Gebäck
Länder & Regionen Deutschland
Keyword Osterbrot, Ostern
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Ruhezeit 2 Stunden 30 Minuten
Arbeitszeit 45 Minuten
Portionen 3 Weckgläser à 1 Liter

Zutaten

Für den Vorteig

  • 210 Gramm Weizenmehl 505
  • 145 Gramm lauwarmes Wasser
  • 3 Gramm Frischhefe
  • 4 Gramm Salz

Für den Hauptteig

  • 80 Gramm Sultaninen
  • Williams-Christ-Likör alternativ: O-Saft
  • 290 Gramm Weizenmehl 505
  • 150 Gramm Milch
  • 8 Gramm Frischhefe
  • 30 Gramm Zucker
  • 5 Gramm Salz
  • 150 Gramm kalte Butter
  • 125 Gramm Hagelzucker
  • 100 Gramm Zitronat
  • 75 Gramm gehackte Mandeln
  • 50 Gramm gemahlene Haselnüsse
  • 1 Ei zum Bestreichen

Anleitungen

  1. Die Zutaten für den Vorteig miteinander verkneten. Anschließend den Teig 24 bis 48 Stunden im Kühlschrank reifen lassen.

  2. Die Sultaninen in den Williams-Christ-Likör (alternativ: in Orangensaft) einlegen und 24 bis 48 Stunden ziehen lassen. Überschüssigen Likör absieben.

  3. Mehl, Milch, Hefe, Zucker und Salz 5 Minuten auf niedrigster Stufe unter den Vorteig kneten. Anschließend weitere 7 Minuten auf zweiter Stufe zu einem straffen Teig kneten.

  4. Die kalte Butter in Stücken dazugeben und etwa 8 Minuten auf zweiter Stufe in den Teig einarbeiten.

  5. Sultaninen, Zitronat, Mandeln und Haselnüsse auf niedrigster Stufe unterkneten. Im Anschluss den Hagelzucker von Hand in den Teig mengen. Den Teig 60 Minuten bei zirka 20 Grad ruhen lassen.

  6. Entweder den Teig in drei Teiglinge teilen und länglich formen oder - so wie ich - den Teig auf 3 ausgefettete 1 Liter-Weckgläser verteilen. Abdecken und weitere 90 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

  7. Die Teiglinge mit Ei bestreichen und dreimal quer einschneiden. Den Teig im Weckglas habe ich über Kreuz eingeschnitten und ebenfalls mit Ei bestrichen.

  8. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen und die Osterbrote in zwischen 30 und 35 Minuten goldbraun backen.

Das Synchronbacken wurde – wie immer – vorbildlich organisiert von Zorra vom Kochtopf und Sandra von From Snuggs Kitchen.

Nach dem anfänglichen Schrecken hat es wieder großen Spaß gemacht, mit der ganzen Meute gemeinsam zu backen. Und so toll sind die Poschweck meiner Mit-Bäckerinnen und Mit-Bäcker geworden! Schaut sie Euch unbedingt an!

Unterschrift - Mein wunderbares Chaos

zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf
Birgit von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Véronique von Typisch Französisch!
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum
Sonja von Cookie und Co
Caroline von Linal’s Backhimmel
Petra von gf Natürlich
Tina von Küchenmomente
Simone von zimtkringel
Petra von Obers trifft Sahne
Karin von Food for Angels and Devils
Birgit M. von Backen mit Leidenschaft
Tamara von Cakes, Cookies and more
Volker von Volkermampft

Aachener Poschweck - Mein wunderbares Chaos

10 Gedanken zu „Synchrongebacken: Aachener Poschweck“

  1. Wie immer herrlich geschrieben! :-) Ich kann mir alles bildlich vorstellen! Die Idee mit Poschweck im Glas ist übrigens super. Schön, dass du so kurzfristig noch dabei warst und wie heisst es so schön Ende gut alles gut!

    Ich wünsche dir und deinen Lieben ein schönes und stressfreies ;-) Osterfest!

  2. Hey Conny,
    da hast du deinem Blognamen ja mal wieder alle Ehre gemacht ;-) … Aber viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom (oder halt zum Aachener Poschweck). Ich finde deine Idee, die Brote in Gläsern zu backen übrigens genial.
    Liebe Grüße und ein schönes Osterfest
    Tina


  3. Hey Conny,
    je mehr ich bei dir lese, desto mehr habe ich das Gefühl, wir haben küchentechnisch einiges gemeinsam!
    Und ich lese so gerne bei dir!
    Übrigens klaue ich mir die Idee mit den Gläsern. Die sehen ja wunderschön aus!
    Liebe Grüße
    Simone

    1. Liebe Simone,
      ich freu mich immer so, wenn Du bei mir vorbei schaust! Ich lese bei Dir mindestens genauso gerne, und, ja, ich sehe da Parallelen. 😏 Die Osterbrot-im-Glas-Idee musst Du Dir nicht klauen, die schenk ich Dir! :)
      Herzlichst, Conny

  4. Liebe Conny, die Idee mit dem Glas ist der Hammer, ich muss auch unbedingt mal wieder was in Gläsern backen. Dann hat mein Mann immer ein bisschen Kuchenvorrat im Keller. Liebe Grüsse Birgit

    1. Liebe Birgit,
      ich liebe das auch, wenn immer Kuchenvorrat im Haus ist. Leider lasse ich mich davon dann aber auch sehr schnell verführen… ;)
      Herzlichst, Conny

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