So, die Arbeitswoche kann dann mal weg!

Endlich Freitag. Das hat heute einen ganz besonders schönen Klang, denn es ist der letzte Arbeitstag vorm Urlaub. Klar, bis ich Dienstag in den Flieger nach Porto steigen kann, ist noch eine Menge zu erledigen – unter anderem sechs weitere Packungen Blasenpflaster kaufen – aber ich freue mich so aufs Pilgern mit meiner Schwester, dass ich mich dem Packen richtig gerne stelle.

Die Kunst liegt dieses Mal ja eh im Weglassen – und in der Abstimmung mit der allerbesten Schwester, damit wir nicht alles doppelt mitschleppen. Zum Glück ist das Schreiben von Listen eines meiner ganz große Talente. Manche sagen: mein Einziges. Gelegentlich schwächle ich halt beim Abarbeiten ein bisschen.

Leckeres Wodka-Wasser

Auf jeden Fall ist heute Grund zu feiern. Doppelt sogar. Und ich hab mich für Wodka-Wasser entschieden. Das ist doppelt gemoppelt, denn Wodka ist eine Verniedlichung von Wasser. Ich serviere hier heute also quasi Wässerchen-Wasser – bitte seht es mir nach. Ich fühle mich zu phantasievollen Sprachschöpfungen so kurz vor Urlaub nicht in der Lage. Und dann wird Wodka von mir im Normalfall auch nicht mit Wasser verwechselt.

Das Wodka-Wasser ist bei Feierabend schnell gemacht, solange man die folgenden Dinge im Haus hat:

  • 4 cl Wodka
  • 1/4 Limette
  • 1/4 Zitrone
  • Crushed Ice
  • Lemonwater (hier aus der Region von Wiesentaler)

Damit’s nicht zu sauer wird, habe ich dem Glas einen Zuckerrand verpasst. Crushed Ice ins Glas geben, Wodka darüber geben, Limetten-Keil und Zitronen-Keil über dem Eis auspressen, eventuell die ausgepresste Schale (natürlich nur, wenn Bio) mit ins Glas geben und mit dem Lemonwater auffüllen.

Ich wünsche Euch einen schönen Feierabend und ein erholsames Wochenende! Und immer dran denken: Wodka ist kein Wasser. 🙂

Leckeres Wodka-Wasser

 

Theo, wir fahren ans Meer!

Das Meer ist der Ort meiner Sehnsüchte. Wenn ich mich schon mal aus meinem realen Leben wegträumen möchte, dann ist es immer ans Meer. Kein Wunder also, dass die slowenische Adriaküste  den Zielort unserer Slowenien-Reise markiert.

Nach unserem Aufenthalt am Bleder See und in Ljubljana, der Fahrt über den Vrsic Pass, den Stopps bei der Adelberger Grotte und bei Burg Luegg sind wir reif für ein bisschen Erholung. Und freuen uns auf ein paar faule Tage am Meer, bevor wir wieder in den deutschen Alltag zurück müssen.

Piran an der slowenischen Küste

Wir haben von Deutschland aus ein Zimmer im Hotel Convent Ankaran gebucht. Das liegt nur zehn Kilometer von der italienischen Grenze entfernt ganz in der Nähe der Hafenstadt Koper. Insgesamt ist die slowenische Küste unter 50 Kilometer lang – und vielleicht würden wir das nächste Mal auch tatsächlich noch die kurze Strecke bis nach Kroatien weiterfahren, denn die Küste ist  weitestgehend zu betoniert. Ungenutzte Flächen sind rar. Ganz anders als im benachbarten Kroatien ist hier einfach zu wenig Platz. Einsame Badebuchten sucht man vergebens.

Das Hotel Convent Ankaran

Größer könnte der Kontrast gar nicht sein: Drinnen im Hotel ist es friedvoll und still. Die breiten Flure, die klimatisierten Räume, das phantastische Atrium – es herrscht eine ganz besondere Atmosphäre, eines umgebauten Konvents würdig. Draußen ist es heißt, die Sonne brennt und es ist laut, denn auf dem Gelände sind weitere Appartements und Ferienhäuser sowie ein riesiger Campingplatz angesiedelt. Es herrscht eine typische Campingplatzatmosphäre.

Jetzt im August ist auf dem vielfach ausgezeichneten Platz kein Fleckchen mehr frei. Dicht an dicht stehen Wohnwagen und Zelte, dazwischen wird gelebt. Wir wundern uns, weil die Rezeptionistin bei der Anmeldung den Innenpool empfiehlt. Das war der beste Rat, den sie uns geben konnte: Im Pool am Meer herrscht Volksfeststimmung. Und den Animateur möchte ich am liebsten ganz verschweigen.

Piran an der slowenischen Küste

Piran an der slowenischen Küste

Piran an der slowenischen Küste

Obwohl das jetzt alles andere als positiv klingt, hatten wir hier eine sehr schöne Zeit. Es war das perfekte geruhsame Ende eines Urlaubs, in dem wir viel gesehen und erlebt haben. Wir waren allerdings nie am Außenpool, sondern nur im Wellness-Center mit Innenpool, das über eine eigene Terrasse mit Plastikliegen und bunt zusammen gewürfelten Sonnenschirmen verfügt. Von hier aus schaut man aufs Meer – und bleibt vom Campingplatz-Trubel weitestgehend verschont. Viel Zeit verbringen wir auch lesend im Atrium, in das sich nur wenige Gäste verirren. Hier gibt es Schatten und eine sehr freundliche Bedienung, die gut für uns sorgt.

Trotzdem sind wir froh, dass wir hier nicht länger als vier Tage bleiben. Der Grund ist ein ganz praktischer: Wir hätten nicht mehr gewusst, was wir noch essen sollen. Es gibt auf der Anlage vier oder fünf Möglichkeiten, sich zu verpflegen. Leider wurde nur zu schnell offenbar: Die nicht sonderlich umfangreiche Karte ist überall dieselbe. Und Ankaran bietet nicht wirklich viele Alternativen. An jeder Ecke gibt es Pizza. Ansonsten sind die kulinarischen Möglichkeiten beschränkt. Und wir essen nun mal ziemlich gerne.

Einen kleinen Ausflug haben wir noch gemacht: Wir waren in Piran. Das ist ein sehr schöner Ort auf der Spitze einer größeren Halbinsel. Es ist nicht das versprochene „Venedig in Miniaturformat“. Gut so, denn ich bin vermutlich der einzige Mensch, der Venedig nicht leiden kann. Ein Freilichtmuseum, von dem man sich nicht vorstellen kann, dass da tatsächlich Menschen wohnen.

Piran ist keine touristische Inszenierung, sondern ein echtes Küstenstädtchen mit echten Menschen, die dort wirklich leben. Und man kann eine Tasse Kaffee trinken, ohne dass das Bankkonto in die roten Zahlren rutscht. Tatsache ist aber: Die Stadt war über 500 Jahre von den Venezianern besetzt. Und das sieht man der Architektur heute noch an. Die Altstadt ist autofrei und wir schlendern einfach durch die engen Gässchen und versuchen uns vorzustellen, wie es sein muss, hier zu wohnen.

Romantischer Sonnenuntergang an der slowenischen Adriaküste

 

Romantischer Sonnenuntergang an der slowenischen Adria

Sonnenuntergang an der slowenischen Küste

Immer wieder sonntags…

Es ist Sonntag. Und ich stecke voller Vorfreude in Reisevorbereitungen. Zugleich bin ich aber auch ein bisschen nachdenklich. Bald geht es mit meiner Schwester auf eine Etappe des Caminho portugues. Pilgern auf dem portugiesischen Küstenwanderweg. Mit der Jakobsmuschel, dem „Erkennungszeichen“ der Pilger auf dem Jakobsweg, und unseren Pilgerpässen in der Hand wird die Reise schon viel realer.

Eine der Herausforderungen: möglichst wenig Gepäck mitnehmen.  Und nur wirklich praktische Dinge einpacken. Sowas wie Blasenpflaster zum Beispiel, das hab ich gestern schon mal besorgt. Außerdem überlege ich mir ernsthaft – auch wegen der derzeitigen Hitzewelle in Portugal und Spanien – mir fürs Wandern Shorts zu kaufen. Tatsache ist: Meine letzte kurze Hose habe ich in den Neunzigern getragen.

Wandern auf dem portugiesischen Jakobsweg

Ich bin da ein bisschen eigen und möchte die Tatsache, dass ich meine Gymnastikübungen für den Innenoberschenkel nicht ganz so regelmäßig durchgezogen habe, wie ich das sollte, nur mit einem sehr ausgewählten Personenkreis teilen. Daher trage ich seit vielen Jahren keine kurzen Hosen mehr, keine Röcke, die nicht mindestens bis zum Knie reichen, und, wenn ich es vermeiden kann, dann möchte ich auch nicht, dass jeder meine untrainierten Oberarme sieht. (Gut, bei den Temperaturen der letzten Wochen ließ sich das nicht immer konsequent durchhalten.)

Das sind meine Entscheidungen, weil ich mich damit wohler fühle. Aber ich frage mich schon – auch weil ich heute eine Werbung für Treppenlifte in meinen E-Mails hatte – wie das eigentlich noch weiter gehen soll. Schauen wir den Tatsachen ins Gesicht: Der körperliche Verfall wird sich nicht aufhalten lassen. Ist es jetzt gesellschaftlich erwünscht, dass ich mich demnächst möglichst komplett verhülle?

Auf der einen Seite diskutiert man auch in diesem Land ganz offen über ein Burka-Verbot, in Südfrankreich wird man dazu aufgefordert, sich am Strand auszuziehen, auf der anderen Seite fordern intelligente Frauen wie Ildikó von Kürthy (in ihrer Brigitte-Kolumne), dass wir unser alterndes wabbeliges Fleisch gefälligst bedecken. Gerne auch bei 40 Grad im Schatten mit einem sommerlich leichten  Trench. (Finde! Den! Fehler!)

Und im Internet findet man wirklich bösartige Kommentare   – gerade diese Woche wieder erlebt –  wenn Frauen, die keine 20 mehr sind, im Fernsehen (auf Ibiza!) keinen BH tragen, ein „zu kurzes“ Kleid oder sogar ihre welke Haut zeigen. Und es sind ganz oft Frauen, die da mit ihren Geschlechtsgenossinnen derart hart ins Gericht gehen. Ich weiß nicht, ob die später mal im Rollkragenpullover vor sich hin schwitzen wollen – oder ob sie einfach für sich entschieden haben, nicht älter zu werden.

Es gibt ganz viele Dinge, die auch ich nicht sehen möchte: Männer, die sich jenseits von Rasenmähen oder Strandaufenthalten mit freiem Oberkörper zeigen, ungepflegte Füße in Sandalen, Hintern, die aus Hosen rutschen und, und, und…

Wisst Ihr, was ich dann mache? Ich schaue einfach weg. Und das möchte ich auch Frau von Kürthy und all den Internet-Ketzerinnen wärmstens empfehlen. Und wünschen möchte ich ihnen,  dass jemand milder mit ihnen umgeht, wenn sie selbst mal im hohen Alter ins Schwitzen geraten.

Außergewöhnlich nachdenkliche Sonntagsgrüße

Eure Conny

PS: Der letzte Satz war natürlich der Political Correctness geschuldet.  In Wirklichkeit wünsche ich Ihnen Cellulite an die Schenkel und Schwabbel an die Arme. Hexhex!

PPS: Reichen acht Blasenpflaster, wenn zwei Frauen sieben Tage lang wandern? Das klingt wie eine Textaufgabe für die fünfte Klasse, aber ich komme trotzdem zu keinem Ergebnis…

Vorbereitungen für den portugiesischen Jakobsweg

Etwas Süßes geht immer

Wochenende und Kuchen  – das gehört einfach untrennbar zusammen. Dass mich dieses Teil hier überzeugen würde, war eigentlich von Anfang an klar. Wie kann ein Cheesecake, der mit der Kombination aus einer Ganache aus weißer Schokolade und selbst gemachter Karamellsauce daher kommt, nicht punkten?

Cheesecake mit weißer Schokolade und Caramel

Das einzige „Problem“ an dieser Weiße Schokolade-Karamell-Cheesecake-Bombe ist die Tatsache, dass selbst ein Hardcore-Kuchenvertilger wie ich nicht mehr als ein Stück davon runterbringt. Es stimmt also doch: Bei einer geschätzt vierstelligen Kalorienzahl signalisiert der Magen dem Hirn irgendwann Sättigungsgefühle – und wenn’s noch so gut schmeckt.

Mal eben schnell gemacht ist das leckere Teil nicht, dafür hat man aber lange was davon. Nein, ich meine nicht auf den Hüften. Ich meine als Vorrat im Kühlschrank…

Cheesecake mit weißer Schokolade und Caramel

Als Erstes habe ich die Karamellsauce gemacht, weil die kalt werden muss, bevor sie auf den Kuchen darf. Man kann die Karamellsauce natürlich auch fertig kaufen, falls man sich das Hantieren mit heißem Zucker nicht antun will.

Für die Sauce braucht man:

  • 250 Gramm Zucker
  • 125 ml Sahne
  • 2 Teelöffel Zitronensaft
  • 4 Esslöffel Butter

Wer jetzt vermutet, dass das ein amerikanisches Rezept ist, das ich umgerechnet habe, der liegt genau richtig. Und wenn Ihr jetzt noch wüsstet, wie gut ich mit Zahlen kann… 😉

Den Zucker mit dem Zitronensaft in eine Pfanne geben und von Anfang an bei mittlerer Hitze mit dem Kochlöffel (Holz, kein Plastik!) rühren, rühren und rühren. Der Zucker verbrennt wirklich schnell, also Vorsicht. Wenn der Zucker sich aufgelöst hat, die Pfanne von der Flamme nehmen und vorsichtig schwenken. Der Zucker soll eine schöne Karamell-Farbe bekommen, also eventuell wieder aufs Feuer zurückstellen, aber  Achtung: Er verbrennt schnell und dann wird das Karamell bitter.

Wenn der aufgelöste Zucker eine Farbe hat wie flüssiges Bernstein, dann mit der Sahne auffüllen. Dass das am Anfang klumpt, ist völlig normal, also: keine Panik. Die Pfanne wieder aufs Feuer stellen und bei mittlerer Hitze vorsichtig erhitzen, dabei ständig rühren. Mit dem Erhitzen wird der Zucker wieder flüssig und man sollte am Ende eine cremige Sauce in der Pfanne haben. Für ungefähr fünf Minuten reduzieren lassen, dann die Butter zugeben. Fertig ist die Karamellsauce. In ein hitzebeständiges Gefäß geben und zur Seite stellen.

Cheesecake mit weißer Schokolade und Caramel

Für den Boden des Kuchens braucht man:

  • 300 Gramm Vollkorn-Butterkekse
  • 50 Gramm weiße Schokolade
  • 50 Gramm Butter

Die Kekse mit einem Nudelholz im Gefrierbeutel zerbröseln, zusammen mit der flüssigen weißen Schokolade und der flüssigen Butter in einer Schüssel verrühren und in den Boden einer Springform drücken. Für 30 Minuten im Kühlschrank parken. In der Zwischenzeit die Cheesecake-Füllung vorbereiten.

Dafür braucht man:

  • 700 Gramm Doppelrahmfrischkäse
  • 240 Gramm weiße Schokolade
  • 250 Gramm Zucker
  • 125 ml Sahne
  • 5 große Eier
  • 1 Prise Salz
  • 1 Teelöffel Vanilleextrakt

Den Backofen auf 160 Grad vorheizen. Die weiße Schokolade klein schneiden und in eine hitzebeständige Schüssel geben. Die Sahne erhitzen und über die Schokolade geben.  Kurz stehen lassen  – und dann so lange rühren, bis sich die Schokolade in der Sahne aufgelöst hat.

Den Frischkäse mit dem Mixer glatt rühren. Zucker und Schokoladen-Ganache zugeben und weiterrühren. Nach und nach die Eier unterrühren. Am Ende Salz und Vanilleextrakt zur Käsemasse geben. Die Cheesecake-Füllung in die Springform geben.

Damit der Cheesecake nicht reißt, backen ihn viele im Wasserbad. Dazu die Form  mit zwei Lagen Alufolie abdichten und dann in ein mit kochendem Wasser gefülltest Blech stellen. Das Wasser sollte ungefähr bis zur Hälfte der Springform reichen.

Ich hab den von mir sehr geliebten Jetchef von Bauknecht benutzt – der ist zu klein für derlei Eskapaden. Also einfach eine Auflaufform mit Wasser mit in den Ofen geben. Den Kuchen etwa 90 Minuten lang backen. Dann die Auflaufform mit dem Wasser rausnehmen beziehungsweise den Kuchen aus dem Wasserbad nehmen – aber wieder in den heißen Ofen zurück stellen.

Im Ofen vorsichtig abkühlen lassen, dazu am besten einen Kochlöffel in die Ofentür klemmen. Achtung: Die Käsemasse ist, solange der Kuchen heiß ist, nicht fest. Das wird sie erst im Kühlschrank. Nach dem Abkühlen im Ofen muss sie genau dort hin. Mindestens für vier Stunden, gerne auch über Nacht. Vor dem Servieren die Karamellsauce in der Mikrowelle leicht erwärmen, so dass sie sich flüssig gut über den Kuchen geben lässt. To die for!

Cheesecake mit weißer Schokolade und Caramel

Das schmeckt nach Hochsommer

Draußen ist es immer noch Sommer – und die Chaos-Dachwohnung ist tagsüber ein Brutofen, in dem man es kaum aushalten kann. He, zum Glück darf ich ja wieder Tag für Tag in die Redaktion. Die ist zwar nicht klimatisiert, liegt aber auch nicht unterm Dach. Man kann es dort also bis Feierabend aushalten.

Den Hochsommer feiern: mit Pfirsich Lillet

Hatte ich schon gejammert, dass der Ventilator sich am Deckenbalken zwar wahnsinnig gut macht, aber nach wie vor nicht funktioniert? Obwohl ich ihn wirklich angefleht habe, sich wenigstens ein bisschen zu drehen. Egal, bis zum Winter werden wir auch dieses Problem voll im Griff haben. Und dann wird er uns die kühle Luft so richtig um die Nase wirbeln. Ich freu mich schon drauf.

Das Schöne an Hitze im Spätjahr: Es kühlt nachts angenehm ab, so dass man ganz wunderbar die Nacht zum Tage machen kann. Also theoretisch. Nicht, wenn man sich fatalerweise den ersten Termin auf morgens 9 Uhr gelegt hat und man für den Out-of-bed-Look ungefähr 25 Jahre zu alt ist. Dann wird das nix mit Ausschlafen.

Happy Friday! Es gibt Pfirsich-Lillet

Mein einziger Trost: Es ist Freitag. Und damit liegen zwei wunderschöne freie Tage vor mir.

Auch der „Happy Friday“ schmeckt heute nach spätem Sommer. Kein Wunder, denn ich habe Weinbergpfirsiche in diesen Pfirsich-Lillet  reingeschnippelt. Ansonsten braucht man:

  • 100 Milliliter Lillet
  • 40 Milliliter Pfirsich-Saft
  • 20 Milliliter Mango-Saft
  • Pfirsich-Wasser zum Auffüllen

Den Glasrand ziert Kardamom-Zucker. Dafür einfach etwa 20 Kardamom-Kapseln für mindestens einen Tag in 100 Gramm Zucker einlegen. Der Zucker nimmt den Geschmack an – etwa so, als würde man Vanillezucker selber machen. Kardamom-Zucker schmeckt auch in Gebäck sehr lecker. Oder in Kaffee oder Tee.

Freitag ist Freutag! Zum Happy Friday gibt es Pfirsich-Lillet

Alle Getränke-Bestandteile müssen gut gekühlt sein, denn es kommt kein Eis in den Drink. Lillet und die Säfte miteinander mischen  – am besten im Shaker – ins Glas mit dem Kardamom-Zuckerrand füllen und dann mit Pfirsich-Wasser auffüllen.

Für eines meiner „Happy Friday“-Getränke ist der Pfirsich-Lillet eher harmlos; er hat nicht ganz so viele Umdrehungen. Genau richtig also, wenn es so heiß ist. Cheers!

Mit Pfirsich-Lillet ins Wochenende

Im Zeichen des geflügelten Drachens

Mehr als nur ein Fluss: Ljubljanica

Kann es etwas Besseres geben, als einen geflügelten Drachen als Wappentier? Natürlich nicht. Ich bin begeistert von Ljubljana – und nicht nur wegen dieser Drachengeschichte. Wir waren für ein langes Wochenende auf unserer Tour durch Slowenien in dieser lebendigen und grünen Stadt – und haben uns so richtig verknallt. In die Stadt und in die Menschen. Kein Wunder, schließlich bedeutet der Name Ljubljana „die Geliebte“.

Die Drachenstadt: Ljubljana

Lebendiges Ljubljana

Ljubljana ist mit knapp 300.000 Einwohnern, davon allein 40.000 Studenten, eine sehr überschaubare Hauptstadt. Und auch wenn sich unmittelbar am touristischen Hotspot Tromostovje (Drei Brücken) und entlang des Flusses Ljubljanica die Menschen drängeln und das Leben pulsiert, nur wenige Meter von Ljubljanas Hauptplatz Presernov trg ist es nicht mehr laut und hektisch, sondern offen, warm und gemütlich.

Lebendiges Ljubljana

Seifenblasen und Blick auf Ljubljanski Grad

Ljubljana ist eine Stadt zum Wohlfühlen, eine Stadt mit Straßenmusikern und Seifenblasen, eine Stadt, die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen so nah beieinander, dass man alles zu Fuß machen kann.

Mit airbnb in der Tabakfabrik wohnen

Wir hatten Glück mit unserer Unterbringung. Über airbnb haben wir uns für drei Nächte in ein Loft in einer alten Tabakfabrik eingemietet. In Gehweite zum Zentrum ideal gelegen und außerdem von unserem Gastgeber, einem Architekten, mit viel Liebe zum Detail gestaltet.

Auf Entdeckungstour in Ljubljana

Auf Entdeckungstour in Ljubljana

Ein bisschen mulmig war mir schon, weil ich des Öfteren in Bewertungen gelesen hatte, dass airbnb-Gastgeber gerne mal kurzfristig absagen. Und einen Plan B gab es nicht. Aber es hat alles gut geklappt und wir hatten wirklich den idealen Ausgangspunkt für all unsere Unternehmungen. Und sehr viel mehr Möglichkeiten als in einem Hotel oder Hostel. So gab es zum Beispiel eine Waschmaschine und wir konnten unsere Klamotten kurz durchwaschen. Und waren nicht an Frühstückszeiten gebunden. 🙂

Übrigens: Filterkaffee ist in Slowenien weitestgehend unbekannt. Wer keinen Vollautomaten hat, greift anscheinend zum löslichen. Geht für uns gar nicht – also haben wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln „von Hand gefiltert“. Natürlich ohne Filtertüten, denn die gibt es nirgends zu kaufen. Was tut man nicht alles für das erste Koffein des Tages!

Auf Entdeckungstour in Ljubljana

Wir haben uns in den paar Tagen sicher nur einen ersten Überblick über die Stadt verschaffen können, dennoch würde ich hier gerne ein paar Empfehlungen aussprechen. Gänzlich subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit natürlich.

Der Markt

Jeden Vormittag außer sonntags lädt ein Markt zwischen Pogacar- und Vodnikov Platz dazu ein, in Obst und Gemüse zu schwelgen.  Ein lebendiger Ort nahe der Drei Brücken, an dem es  außerdem Blumen, Pilze und Körbe zu kaufen gibt. In den lang gestreckten Hallen am Flussufer werden Brot, Gebäck, Käse, Fleisch, Geflügel und Wurst verkauft.  Ein Fischmarkt befindet sich eine Etage unter den Arkaden – ohne nachzufragen hätten wir den Eingang allerdings nicht gefunden. Nahe der Drachenbrücke gibt’s Kunsthandwerk und Souvenirs zu kaufen.

Täglich außer sonntags: Markt in Ljubljana

Fischmarkt in Ljubljana

Der älteste Wolkenkratzer der Stadt

Neboticnik ist der älteste Wolkenkratzer der Stadt. Wer den Aufzug ganz nach oben nimmt, dem bietet sich ein Wahnsinnsausblick auf die Altstadt und Ljubljanski Grad, die Burg hoch über dem Altstadtkern. Auf dem Dach des 1933 eingeweihten Hochhauses finden sich Restaurant, Café mit Terrasse und Klub/Lounge.

Neboticnik - der älteste Wolkenkratzer in Ljubljana

Den zauberhaften Blick von der Terrasse des Cafés muss man nicht einmal teuer bezahlen. Ein slowenischer Rotwein ist hier schon für 2 Euro zu haben. Ich folge der Weinempfehlung des sehr netten Kellners – und mache damit alles richtig. Zur Info: Wein wurde uns in Slowenien fast überall nur im Glas mit zirka 0,1 l Inhalt ausgeschenkt, oft gab es ein Glas Wasser kostenlos mit dazu.

Blick auf Ljubljana - vom ältesten Wolkenkratzer der Stadt aus

Flohmarkt

Jeden Sonntag Vormittag findet entlang des Ufers der Ljubljanica ein Flohmarkt statt, der das Herz eines jeden Trödelliebhabers höher schlagen lässt. Porzellan, Silberbesteck, altes Spielzeug, jede Menge Nippes, Kleinmöbel, Schmuckstücke…  Auch wer sich auf seiner Reise nicht mit Tand und Trödel belasten möchte, kann hier stundenlang verweilen – und einfach nur schauen.

Sonntagsflohmarkt in Ljubljana

Sonntagsflohmarkt in Ljubljana/Slowenien

Erholungspark Tivoli

Wir hätten in Ljubljana viele Museen und Galerien besuchen können, haben uns aber aufgrund des traumhaften Wetters leichten Herzens für den Tivoli Erholungspark entschieden.  Und es nicht bereut. Hier war viel weniger los als entlang des ebenfalls wunderbar grünen Ljubljanica-Ufers. Man sieht viele Familien, die hier picknicken, aber auch einzelne Erholungssuchende, die ihr Fahrrad zur Seite legen und sich einfach mal für ein Nickerchen ins Gras werfen. Sehr entspannt!

Erholung im Tivoli Park in Ljubljana

Radfahren

Falls es mal nicht zu Fuß geht: Der städtische Fahrradverleih unterhält in Ljubljana 31 automatische Verleihstationen mit mehr als 300 Fahrrädern. Das Ausleihen ist geradezu lächerlich günstig. Die erste Stunde ist umsonst, die zweite kostet einen Euro. Und schon fünf Minuten nach Rückgabe eines Rads kann man sich das nächste leihen – wieder kostenlos.

Dazu muss man sich lediglich online hier anmelden, Kreditkartendaten hinterlassen und einen symbolischen Euro für eine Woche Nutzung zahlen. Wer öfter kommt, für den lohnt sich vielleicht die Gebühr für ganzjährige Nutzung: drei Euro. Am Terminal der Verleihstation gibt man dann Teilnehmernummer und PIN sowie die Nummer des Rades ein, das man leihen möchte, fertig.

Beliebtes Fortbewegungsmittel in Ljubljana: das Fahrrad

Bootchen fahren

Wann immer sich die Möglichkeit bietet, ist sie für mich obligatorisch: die Bootsfahrt. Ich finde es einfach schön (ja, auch entspannend – schon wieder), eine Stadt von der Wasserseite her kennen zu lernen. In diesem Fall war es so, dass die Tour uns auch ein Stück aus der Stadt rausgeführt hat – und wir erstmal festgestellt haben, wie grün Ljubljana wirklich ist.

Es gibt viele Angebote für Bootsfahrten, wir waren mit dem einzigen Holzboot unterwegs. Das ist nämlich am Bleder See in liebevoller Handarbeit gebaut worden – und da wir da gerade her kamen, bot sich das quasi an. Das aus Lärchenholz hergestellte Flussboot „Ljubljanica“ fasst bis zu 50 Personen und bietet am Abend auch romantische Bootsfahrten für Paare an.

Wo in Ljubljana Künstler leben und arbeiten: Metelkova

Metelkova

Als „alternatives Kulturzentrum“ bezeichnet die Touristeninformation in Ljubljana das Künstlerviertel Metelkova, meint aber vermutlich „autonom“. Interessant an diesem bunten und schöpferischen Ort war für uns in erster Hinsicht seine Geschichte: Künstler und Aktivisten besetzten 1993 einen leer stehenden Kasernenkomplex und bewahrten ihn gegen viele Widerstände vor dem Abriss. Das Areal wurde zu einer Art „Freizone“ mitten in der Hauptstadt.

Die Stadtverwaltung machte irgendwann aus der Not eine Tugend. Aus einem Akt zivilen Ungehorsams entwickelte sich eine Touristenattraktion. Heute ist Metelkova ein Ort nicht-bürgerlichen Lebens, wo sich am Abend Studenten, Alternative und Normalos treffen, um gemeinsam in den dortigen Bars und Klubs abzuhängen.

Heute leben und arbeiten Künstler im ehemaligen Militärgefängnis Metelkova

Immer wieder sonntags

Fast genau sechs Monate ist es jetzt her, dass ich zu bloggen begonnen habe – und es macht mir nach wie vor wahnsinnig viel Spaß. Was einem aber kein Mensch sagt (gut, ich hab auch niemanden gefragt): Sich Themen überlegen, Fotos machen, Beiträge schreiben – damit ist es nicht getan.

Es gibt im Hintergrund so viel zu tun, bis alles so läuft, wie man (eh, also: ich) das gerne hätte und das nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass ich gelegentlich nicht in dem Takt zum Bloggen komme, wie ich das gerne hätte. Und dann gibt’s da ja auch noch dieses Leben 1.0…

Museumsuferfest in Frankfurt am Main

Vergangenes Wochenende zum Beispiel: Da war ich bei meiner Lieblingsschwester in Frankfurt am Main zu Besuch – und die Zeit mit ihr ist mir so wertvoll, dass ich da nichts zwischen uns kommen lasse – auch nicht dieses Blog.

Seit Jahren ist es bei uns Schwesterntradition, dass wir am letzten August-Wochenende zum „MUF“ gehen. Das steht für Museumsuferfest und ist mein allerliebstes Fest überhaupt. Noch vor Geburtstag und Weihnachten.

Mit einem Button für 7 Euro kommt man an diesem Wochenende in alle Museen rund ums Mainufer, gleichzeitig ist das Fest der perfekte Mix aus Straßenfest mit allen möglichen kulinarischen Überraschungen, die man im Umfeld eines Völkerkundemuseums so erwarten darf, und Festival mit Bands für so gut wie jeden Musikgeschmack.

Auf dem Main finden Drachenbootrennen statt, fast alle kulturellen Institutionen Frankfurts sind an diesem Wochenende mit einem Stand am Main präsent. Außerdem gibt’s herrliches Kunsthandwerk aus der ganzen Republik. Origineller Schmuck, witzige Taschen, Kunstobjekte, Lampen, Geschirr, ein riesiges Feuerwerk und, und, und. Ein Tag ist viel zu wenig!

Ballons beim Museumsuferfest in Frankfurt am Main

Dieses Jahr war das letzte August-Wochenende ein geradezu abartig heißes, weshalb wir nicht ganz so lange durchgehalten haben wie sonst. Nachdem wir beide unser obligatorisches Schmuckstück (he, Traditionen sind wichtig!) „geschossen“ haben, haben wir uns auf den Weg zur U-Bahn gemacht. Sonst laufen wir ja immer, aber die Hitze…

Auf dem Weg über den Römer sind wir auch am Startpunkt für die Stadtrundfahrten vorbei gekommen. Und da wir das schon ewig mal machen wollten, haben wir uns spontan für Sightseeing entschieden. Was total witzig ist, wenn man eine Stadt schon ein bisschen kennt und das mit jemandem zusammen macht, der in der Stadt lebt. Und das schon seit Jahren.

So bleibt der Doppeldeckerbus zum Beispiel in der Nähe der Hauptwache stehen mit Blick in die Zeil. Und die Automatenstimme erzählt von der Aussichtsplattform der Zeil-Galerie. Ich schaue meine Schwester an, die grinst. Wir waren da auf den allerletzten Drücker gemeinsam in einem wunderschönen Kino, daher weiß sogar ich: Das Gebäude wurde kürzlich abgerissen – da ist die Tour wohl nicht ganz auf dem aktuellen Stand.

Eine Stunde lang fühlen wir uns bestens  – wenn auch nicht genauestens – unterhalten. Wir setzen den Weg zur U-Bahn fort und stellen fest: Wegen des Museumsuferfests ist verkaufsoffen. Und hier hat gerade ein Birkenstock-Store eröffnet. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe endlich ein Paar Birkenstock ergattert, die sonst überall ausverkauft waren – und hätte locker noch vier weitere Paare kaufen können.

Eigentlich hatte ich mir in den späten 80ern geschworen, dass ich mit Karottenjeans, Schulterpolstern und Birkenstock-Sandalen durch bin, aber nach meiner ersten Woche in den saubequemen Schuhen muss ich sagen: Das war ein bescheuerter Schwur. Gut, es geht sicher anmutiger, aber meinen Füßen geht es soooo gut in diesen Schuhen. Besser als barfuß.

Sightseeing in Frankfurt am Main

Gin Tonic für Fortgeschrittene

Ihr wisst ja, ich fühle mich erwachsener, seitdem ich Gin Tonic mag – der Longdrink wird von mir seitdem gerne genommen. Ganz klassisch mit Gurke und Zitrone. Aber auch andere Variationen können was. Zum heutigen Happy Friday serviere ich eine etwas süßere Hochsommer-Variante: den Brombeer-Salbei Gin Tonic. Langer Name für ganz was Leckeres. Süß wird’s durch einen selbst gemachten Salbeisirup, der vermutlich auch bei Husten gut hilft, der in erster Linie aber dem Drink eine dezente Kräuternote gibt, die ich sehr mag.

Für den Salbeisirup 200 Milliliter Wasser mit 200 Gramm Zucker zum Kochen bringen. So lange kochen und gleichzeitig rühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat, dann eine Handvoll Salbeiblätter ins Wasser geben, nochmal kurz aufkochen, von der Flamme nehmen und abkühlen lassen. Den abgekühlten Sirup abseihen, abfüllen und im Kühlschrank aufheben.

Brombeer-Salbei Gin Tonic

Für den Brombeer-Salbei Gin Tonic braucht man:

  • 5 Brombeeren (plus welche für die Garnitur)
  • Salbeiblätter für die Garnitur
  • Zahnstocher für die Garnitur
  • 2 cl Salbeisirup
  • 4 cl Gin
  • 1 Spritzer Limettensaft
  • Chrushed Ice oder Eiswürfel
  • Tonic Water zum Auffüllen

Und so geht’s:

Salbeisirup, Limettensaft und Gin in einen mit Eiswürfeln gefüllten Shaker geben und mixen. Ein Glas mit zirka 400 Millilitern Inhalt mit Eiswürfel oder Crushed Ice füllen und vorsichtig die Brombeeren mit dem Barlöffel unter das Eis mischen. Die Gin-Mischung über Eis und Brombeeren geben und mit Tonic Water auffüllen. Für die Garnitur Brombeeren und Salbeiblätter am besten auf zwei Zahnstocher spießen, so dass man die Dekoration leicht am Glasrand befestigen kann. Cheers!

Auch Freitag, komm her, ich muss Dich einfach mal feste drücken!

Brombeer-Salbei Gin TonicBrombeer-Salbei Gin TonicBrombeer--Salbei Gin TonicBrombeer-Salbei Gin TonicBrombeer-Salbei Gin Tonic Drink3Brombeer-Salbei Gin Tonic

Thank God, it’s (happy) Friday!

Thank god, it's (happy) friday

Vor einigen Jahren haben wir eine Kuba-Reise gemacht und seitdem gebe ich mich gerne als Mojito-Expertin aus. Doch schauen wir den Tatsachen ins Auge: Ich habe dort sehr, sehr viele Mojitos getrunken, aber nicht einen einzigen selbst gemixt. Und da die Barkeeper mit im voraus gepresstem Limettensaft und anderen Erleichterungen gearbeitet haben, konnte ich mir nicht mal an den Bars entscheidende Tipps abgucken. Bis auf einen: nie mit dem Rum geizen!

Den beherzige ich aber seitdem auch ganz besonders eifrig. Zum Start ins Wochenende serviere ich Euch (und mir) heute mal einen Heidelbeer-Mojito, geht natürlich auch ganz wunderbar mit Himbeeren oder Brombeeren.

Eine Limette klein schneiden, mit 3 Teelöffeln braunem Zucker und ein paar Minzblättern in ein Glas (ca. 400 Milliliter Inhalt) geben und stößeln. Dann das Glas mit Cruhed Ice und Beeren nach Wahl auffüllen. 4 cl Havana Club übers Eis geben. Mit dem Barlöffel vorsichtig Minze, und gezuckerten Limettensaft mit Eis und Beeren durchmischen. Mit Tonic Water auffüllen. Das schönste Minzblatt obendrauf, fertig!

Und jetzt ab auf die Terrasse, Füße hoch und langsam dem schmelzenden Eis hinterherschlürfen! Könnt Ihr die Salsamusik hören? Und das Meer riechen? Ich schon. Ach, kann ein Wochenende besser beginnen?

Es ist Sommer: Heidelbeer-Mojito

Mojito mit Blaubeeren

See-Romantik pur

Der Bleder See

Rund um den Bleder See finden sich wahnsinnig viele Verbotsschilder: Schwimmen – verboten. Sonnenbaden – verboten. Schwäne füttern, Hunde ausführen, Picknick machen – alles verboten. Das Schöne: niemand hält sich dran. Und darum geht es rund um den romantischen See mit der Marieninsel und der hübschen Kirche in der Mitte auf angenehme Art lebhaft zu.

Wir sind in der Penzion Mlino untergekommen und fühlen uns hier sehr wohl. Es gibt nur 13 Zimmer, direkt vor dem Mlino warten die Pletna-Boote und ins Stadtzentrum von Bled ist es ein Spaziergang von etwa einem Kilometer. Die Atmosphäre ist familiär, das Personal sehr nett, das Frühstück lecker – und an die Dauerbeschallung mit Oberkrainer Volksmusik haben wir uns dann auch irgendwann gewöhnt.

Marieninsel im Bleder See

Bled selbst ist ein sehr touristischer Ort – mit Touri-Bähnle und Fiaker-Fahrten. Kehrt man der Stadt den Rücken, finden sich aber auch im August sehr viele ruhige und idyllische Plätze am See. Mit der pletna zur Marieninsel überzusetzen – das gehört zu einem Aufenthalt am Bleder See unbedingt dazu.

Mit uns im überdachten Holzboot sitzt die kleine Marie, die übers ganze Gesichtchen strahlt und vor Vergnügen über die Bootsfahrt die ganze Zeit in die Hände klatscht. Ich liebe das Bootfahren ebenfalls und freue mich mindestens genauso wie die Dreijährige – kann es aber nicht ganz so ausdrucksvoll zeigen.

Also grinse ich einfach stillvergnügt vor mich hin und genieße es, dass der Bootsführer rudert und ich nichts zu tun brauche. Überall am See kann man aber auch selbst Ruderboote mieten und zur Insel übersetzen.

MIt dem Pletna-Boot zur Marieninsel

Nach einer ausführlichen Diskussion mit meinem Mann darüber, ob Rudern eigentlich romantisch ist, haben wir von der Idee allerdings Abstand genommen. Wie zu erwarten war: Ich finde es total romantisch, mein Mann vergleicht die über den See rudernden Männer mit Galeerensklaven. Muss ich noch mehr dazu sagen?

Ich hätte gerne aufgetrumpft und uns beide eigenhändig zur Insel gerudert, da sich meine Erfahrungen aber aufs Rudergerät im Fitnessstudio beschränken und ich einige Paare gesehen habe, die so ihre Schwierigkeiten mit dem Einhalten der Richtung hatten, hätte ich mich dann vermutlich doch nur blamiert.

Blick auf den Bleder See

Auf der Marieninsel führen 99 Stufen zur Marienkirche. Es heißt, wer die Glocke läutet, dem erfüllt sich  ein Wunsch. Das hat zur Folge, dass man rund um den See eigentlich ohne Pause Glockengeläut von der Insel hört. Die Slowenen und ihre „Wunschglocken“, das scheint eine ganz eigene Geschichte zu sein, denn uns sind auf unserer zwölftägigen Tour noch zwei weitere Glocken begegnet, denen man die Wunscherfüllung zutraut.

Der Bootsführer gibt einen Aufenthalt von 40 Minuten auf der Insel vor, auf Nachfrage gibt’s aber auch ein Ticket, so dass man jederzeit mit einem der anderen Boote zurückfahren kann – auch nach Bled, wo ebenfalls Pletna-Boote zur Insel starten. Während unser gerade gekaufter Marco Polo-Reiseführer noch 12 Euro für die Überfahrt zur Insel aufruft, waren es tatsächlich 14 Euro pro Person. Plus noch einmal 6 Euro für die Besichtigung der Marienkirche.

Bleder See

Wir waren ein bisschen wandern, im See baden und auf dem Okarina Festival, unsere Lieblingsbeschäftigung am Bleder See war es aber, gemütlich zurückgelehnt von unterschiedlichen Plätzen aus stundenlang einfach auf den überaus idyllischen See mit den Bergen und dem mächtigen Burgfelsen im Hintergrund zu schauen – und zu chillen. Davon konnten wir gar nicht genug kriegen.

Unser Lieblingsplatz dafür: Unmittelbar vor der Pension, dort, wo die Pletna-Boote ablegen, betreibt das Mlino einen Kiosk und hat hier, direkt am See, auch ein paar Liegestühle aufgestellt. Aus dem Lautsprecher kommen Rockklassiker, Bäume spenden Schatten, die Getränke sind kühl. Und auch, wenn es hier sehr lebhaft zugeht, wir haben uns unglaublich wohl gefühlt.

Holzboote am Bleder See

Bleder See in Slowenien

Bleder See

Bleder See

Mit dem Pletna-Boot zur Marieninsel

Bleder See

Die Vintgar-Klamm

Wir wollen zur Vintgar-Klamm. Natürlich keine Chaos-Reise, auf der nicht irgendeine Straße gesperrt ist. Der sehr freundliche Rezeptionist im Mlino erklärt mir, wie ich statt dessen fahren muss. Es ist nicht seine Schuld, dass mich seine Erläuterungen sehr verwirren. Am Ende sind wir uns einig, dass ich „vso sréco“ brauchen werde – viel Glück.

Nur einmal-verfahren-und-bei-sehr-netten-Menschen-nachfragen später und wir erreichen unser Ziel, das eigentlich nur vier Kilometer von Bled entfernt ist. Die Vintgar-Klamm ist eine 1,6 Kilometer lange Felsschlucht, durch die die Radovna mit Wasserfällen und Stromschnellen fließt. Holzstege führen unterhalb einer senkrecht aufragenden Steilwand den Fluss entlang.

Die Luft ist kühl, feucht und sehr angenehm. Eine Umgebung zum Durchatmen. Allerdings ist es hier – wie in der Hochsaison zu erwarten – sehr voll. Im August sollte man die touristischen Ausflüge auf den Vormittag legen, mittags wird es heiß – und noch voller. Hier ist es so schön: Das hat man eben nicht für sich alleine. Mein Mann und ich tragen Wanderschuhe, aber man sieht hier auch ältere Damen in Ballerinas und viele Slowenen in „Wander-Flip-Flops“…

Vintgar-Klamm in Slowenien

Vintgar-Klamm in Slowenien

Bohinjer See & Savica Wasserfall

Neben dem Bleder See gehört für World of Wanderlust auch der Bohinjer See zu den „10 Lakes in Europe you must visit“. Knapp 30 Kilometer vom Bleder See entfernt, liegt der Bohinjer See mitten im Triglav-Nationalpark. Er ist der größte See Sloweniens und im Vergleich zum Bleder See sehr viel ursprünglicher und weniger touristisch. Das Ufer ist weitgehend unbebaut.

Unser Weg führt uns zur Hütte Koca pri Savici. Von hier aus geht es zu Fuß am Rande der Savica-Schlucht viele Treppen bergauf bis zum Wasserfall. Die Savica stürzt hier spektakulär im senkrechten Fall herab. Von hier aus wollten wir eigentlich zu einer Wanderung zu den Triglav-Seen aufbrechen, aber an den Wanderschuhen meines Mannes hat sich die Sohle gelöst. So ein Pech aber auch!

Der Savica-Wasserfall in Slowenien

Savica-Wasserfall in SlowenienBohinj